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Musikproduktion – Schneller und effizienter mit der Lean Methode Songs produzieren!

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Musikproduktion: Schneller und effizienter mit der

Lean Methode Songs produzieren!


Wir bei elysia wissen wie viel Arbeit, Zeit und Energie von Nöten ist, bis ein neues Produkt die Marktreife erlangt, um es der Öffentlichkeit mit gutem Gewissen zum Kauf anbieten zu können. Die zahlreichen Schritte, die es zwischen der eigentlichen Idee und dem verkaufsfertigen Produkt zu beschreiten gilt, haben maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg des Produkts. Je schlanker die Produktion von statten läuft, desto Ressourcen schonender kann der Hersteller operieren. „Lean Production“ ist das passende Stichwort.

Bei näherer Betrachtung ergeben sich erstaunliche Synergien und Parallelitäten zwischen modernem Hardware Design und dem Schreiben von Songs. Nicht umsonst spricht man von „Musikproduktion“ und der Beruf des Produzenten ist sowohl in der Musik als auch in der Industrie bekannt. Beide erschaffen in einem kreativen Prozess neue Produkte, die hoffentlich ihre dankbaren Abnehmer finden. Da liegt die Frage doch auf der Hand: „Kann man als Musiker und Songwriter sich etwas von industrieller Produktentwicklung abschauen und wenn ja, was? Darauf versuche ich in diesem Blog-Beitrag eine Antwort zu finden.

Die richtigen Entscheidungen treffen

Es gibt die unterschiedlichsten Beweggründe Musik zu komponieren. Spannend ist die Frage: „Für wen komponiere ich eigentlich? Wer soll meine Musikproduktion hören?“

Die Antworten innerhalb der Musiker Community dürften divers ausfallen. Hier ist Platz für die unterschiedlichsten Ansichten und Absichten. Manche Musiker adressieren nur ein maximal kleines Publikum, das sie gewinnen wollen. Und zwar sich selbst.

Alle kreativen Entscheidungen sollen ausschließlich den eigenen Maßstäben genügen. Das bedeutet die maximale künstlerische Freiheit. Das absolute Gegenteil definieren Musikproduzenten, die für einen möglichst großen kommerziellen Erfolg bereit sind, die eigenen Ansprüche an ihr Werk zu untergraben, sofern es die Erfolgsaussichten vergrößert. Dazwischen gibt es eine große Bandbreite von Musikschaffenden, denen der Spagat zwischen den eigenen künstlerischen Ansprüchen und einem soliden Kontostand gelingt.

Denjenigen ist dieser Blog-Beitrag gewidmet. Wem es gelingt, mit seinen Songs den eigenen Geschmack und den der Zielgruppe zu treffen, der kann von der Technik der „Lean Production“ durchaus profitieren und für seine Musikproduktion inspirierend einsetzen. Ich zeige Euch, wie es geht.

Was ist Lean Production?

Der Terminus „Lean Production“ ist aus dem Produktionsalltag größerer und kleinerer Konzerne nicht mehr wegzudenken. Mit der Bezeichnung Lean Production werden gleich einige essenzielle Aspekte adressiert. Das Kernthema ist allerdings der bewusste Umgang mit Ressourcen.

Das Weglassen aller überflüssigen Arbeitsgänge in der Entwicklung und Verwaltung soll die Produktion effizienter gestalten. Im Idealfall entsteht durch die richtigen Strukturen ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der bessere Produkte in kurzer Zeit hervorbringen soll. So viel zur Theorie. In der Praxis fand eine der ersten tatsächlichen Umsetzungen dieser Prinzipien beim japanischen Autobauer Toyota statt.

Dieser definierte mit seinem TPS System (Toyota-Produktions-System) viele Grundlagen, die sich heute unter dem Begriff „Lean Production“ wieder finden.

Aber welche Relevanz hat das nun für Musiker und Musikproduzenten?

Im Grunde haben alle Hersteller von Produkten das gleiche Problem. Unabhängig davon, ob sie Autos, Tütensuppen oder Software herstellen – jeder Produzent möchte sein Produkt erfolgreich am Markt oder in den Charts platzieren und dadurch profitieren. Auch für Musiker und Produzenten kann es daher profitabel sein, sich über einen optimalen Workflow und seine Kundschaft Gedanken zu machen.

Wie machen es die industriellen Hersteller?

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Vermeidung von Verschwendung.

Dazu zählt auch die Überproduktion von Bauteilen oder ganzen Produkten, die sich zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr verbauen oder verkaufen lassen. Oder der Einsatz von Mitarbeitern und ganzen Abteilungen, die an Projekten arbeiten, die sich als nicht zielführend herausstellen. Die so verschwendete Arbeitszeit hätte mit einer genaueren, vorausschauenden Planung vermieden werden können. Die Ressource „Zeit“ ist auch in der Musikproduktion sehr begrenzt. Wer neben der notwendigen Improvisation und der Suche nach neuen Klängen und Melodien sich einen stringenten Arbeitsablauf zulegt, der wird erstaunt sein, was man alles in vergleichbar kurzer Zeit schaffen kann.

Von der Werkhalle in den Proberaum

Schritt Nummer 1: Der Hersteller betreibt zunächst Marktforschung, um feststellen zu können, welche Produkte sich die Kundschaft wünscht. Es geht aber auch andersherum. Hat man erst eine Idee für ein neues Produkt, dann ist der nächste Schritt festzustellen, ob es dafür eine möglichst große Kundschaft gibt. Der nächste Schritt sieht das Erstellen eines Pflichtenheftes vor. Also eine Auflistung, die unter anderem folgende Punkte umfasst: Über welche Features soll das Produkt verfügen, wie soll das Design aussehen und welchen Preis darf man dafür kalkulieren? Ist das Pflichtenheft erstellt, verfügt man über ein recht genaues Bild des neuen Produkts. Der nächste Schritt ist die Entwicklung eines funktionsfähigen Prototypen, den man frühzeitig ausgewählten Testkunden präsentiert, um ein erstes Feedback zu erhalten.

In einem frühen Produktstadium lassen sich noch ohne größeren Aufwand Dinge am Produkt ändern. Je weiter die Entwicklung voranschreitet, desto aufwändiger werden allerdings notwendige Produktverbesserungen. Ist man bereits in der Serienfertigung, dann sind wesentliche Änderungen nur unter großem Aufwand durchführbar und sollten möglichst im Vorfeld vermieden werden. Daher ist das Feedback aus einer repräsentativen Kunden Community für eine moderne Produktentwicklung sehr wichtig.

Für ein gezieltes Feedback gibt es verschiedene Möglichkeiten

Es bieten sich beispielsweise Online-Communitys wie Microsoft Teams an. Hier können sich Entwickler mit ihren ausgesuchten Kunden und Beta-Testern in Chats, Online-Besprechungen und Dashboards über das Produkt austauschen. Selbst für App-Entwickler gibt es unterschiedliche Möglichkeiten eine Beta-Version einer neuen App einer ausgesuchten Nutzergruppe zur Verfügung zu stellen. Ein Komponist sollte auch keine Stunden oder gar Tage in einen Streichersatz investieren, wenn der Song keine Streichinstrumente benötigt. Damit habe ich jetzt die Kurve zur Musik genommen.

Oder soll ich nicht eher von Musikproduktion sprechen? Bevor wir die Produktionsschritte beider Welten verbinden, sollten wir allerdings darüber sprechen, wie eigentlich Musik „entwickelt“ wird.

Die Entwicklung von Musik

Jeder Song besitzt verschiedene Grundstrukturen und diese Strukturen verfügen über unterschiedliche Gewichtungen, je nachdem welches musikalische Genre man bedient. Dabei unterscheiden wir zwischen primären und sekundären Elementen innerhalb des Songs. Primäre Elemente stellen das Skelett unseres Songs dar. Dieser stützt sich auf die Melodie, Text, Akkordfolgen, Rhythmus, Groove und Tempo. Je stärker diese Elemente definiert sind, desto transparenter erscheint die Song Identität. Selbst wenn ein, oder zwei primäre Elemente fehlen, wird ein Zuhörer den Song in wenigen Sekunden erkennen. Dieser Sachverhalt lässt sich in einer altbekannten Aussage wiederfinden: „Ein Song funktioniert, wenn er nur mit einer Akustikgitarre gespielt werden kann und jeder Zuhörer sofort mitsingen kann.“

Die sekundären Elemente eines Songs betreffen die Feinheiten und Finessen, welche die Wirkung betonen und im Idealfall noch verstärken. Dazu zählen Spuren mit Hintergrundklängen, Sound-Layer, die den Song Eindruck verstärken und zudem eine interessante Atmosphäre generieren sollen. Dazu zählt auch der Input, den das bekannte Duo „Mix & Mastering“ auf den Song hat. Die passende Auswahl an Hall, Delay und Modulationseffekten. Die Balance der einzelnen Spuren untereinander, der Einsatz von Equalizer, der Dynamik Abteilung und von Automation. All diese sekundären Elemente verhelfen dem Song zu seinem Charakter.

Je nach Musikstil und Genre ist die Gewichtung der primären und sekundären Elemente zum Teil sehr unterschiedlich. Ein Folk Song wird hauptsächlich über die primären Elemente definiert, während ein Techno Track ganz klar die sekundären Elemente in den Fokus rückt. Daher ist es notwendig zu verstehen, in welchem Genre man sich bewegt und welchen Markt man bedient. Ob Rock, Pop, Hip Hop, Klassik oder EDM – jeder Musikstil hat seine eigene Gewichtung der primären und sekundären Elemente.

Wie Musik im Bandkonzept entsteht

Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie Musik entsteht, müssen wir zwischen einem Band Kontext und der Arbeit eines solitären Produzenten (One-Man-Show) differenzieren. Die Vorgehensweisen sind zum Teil doch sehr unterschiedlich. So verlassen sich viele Bands bei der Produktentwicklung auf ein probates Mittel: Interaktivität! Eine Band im Proberaum verbindet viele Schritte der Lean Production simultan und oft unbewusst.

Eine musikalische Idee kann aus einem Gitarrenriff bestehen oder einem interessanten Groove. Der Vorteil einer Band ist, dass sich Änderungen an dieser Song Idee sehr schnell (quasi in Echtzeit) ausprobieren und umsetzen lassen. Tonart- oder Tempowechsel, die Länge des Refrains anpassen oder unterschiedliche Lead-Instrumente ausprobieren? In einem Band Konzept alles kein Problem. Durch die klassische Jam Session entwickeln sich nach und nach die primären Elemente des Songs und meistens vergeht nicht viel Zeit, bis sich eine komplette Struktur herausgebildet hat. Hurra – der „Prototyp“ ist fertig.

Idealerweise konserviert man diese Idee bereits im Proberaum mit einer Mehrspuraufnahme. In den nächsten Tagen lässt sich mit Hilfe einer Online-Plattform und Messenger wie MS Teams oder WhatsApp an einem passenden Text feilen und anhand der Mehrspuraufnahme das Arrangement noch weiter verfeinern, bis die Band der Meinung ist, das frische Werk sollte „ausgesuchten Testkunden“ für eine Bemusterung bereitgestellt werden. Dazu später mehr.

Wie ein Produzent Musik produziert

Der Gegenentwurf zu einer klassischen Band, ist der Produzent. Eine einzelne Person, die im Alleingang komponiert und aufnimmt. Dafür benötigt man im Grunde nicht vielmehr als einen leistungsfähigen Computer, entsprechende Software und vor allem eine Idee. Damit macht der Producer sich an die Komposition, Aufnahme, Arrangement und abschließend an das Mixing und Mastering. Dabei sind ihm dank moderner Technik kaum Einschränkungen hinsichtlich des Genres gesetzt. Die unglaubliche Zahl an Klangerzeugern und Sample-Libraries definieren den modern Bedroom Producer, der wie ein Digitalnomade nicht mehr zwingend in seinem Schlafzimmer, sondern überall auf der Welt an seinen Werken arbeiten kann. Das entspricht einer Demokratisierung der Musikproduktion.

Jeder der für sich Musik produzieren möchte, kann das heute ohne großen Aufwand und mit einem überschaubaren Budget tun. Auch die Arbeit an Ideen ist mittlerweile ähnlich flexibel wie im Band Konstrukt. Und der Produzent tut gut daran, sich diese Flexibilität so lange wie möglich im Produktionsprozess zu erhalten. Fakt ist, eine Band verfügt über den direkten Zugang auf ein kreatives Kollektiv.

Der Produzent starrt dagegen beim Öffnen der DAW erstmal auf ein leeres Arrangement Fenster, dass er selbst nach und nach mit Midi Noten und Waves File füllen muss, um ein musikalisches Abbild seiner Idee zu schaffen. Dabei stößt der Produzent immer wieder auf zwei Problemfelder. Je weiter er seinen Prototypen entwickelt desto schwieriger und aufwändiger ist es, bereits bestehende Strukturen zu verändern oder gar zu ersetzen. Aus diesem Grund sollte er sich zunächst um die primären Song-Elemente kümmern und diese so lange wie möglich in einem flexiblen Zustand halten.

Wie ist das gemeint?

Dem modernen Produzenten fehlt im Grunde ein Produzent im klassischem Sinne. Wie ein Rick Rubin, der weniger in den technischen Ablauf eingreift, aber ein sinnvolles Feedback zu allen künstlerischen Entscheidungen beisteuern kann. Stimmt das Tempo? Ist das Intro vielleicht zu lang, oder ist die Melodie des Chorus einfach nicht einprägsam genug? Das sind Themen, zudem ein Bedroom Producer in der Regel keinen Input erhält. Es sein denn, er schafft es aus seinem Umfeld eine für ihn sinnvolle Feedback-Community heranzuziehen. Der Producer verfügt in der Regel nicht über ein Netzwerk, das die Produkteigenschaften seiner Musikproduktion bereits in der Entstehungsphase evaluiert und Fehler korrigieren könnte. Als Produzent läuft man immer Gefahr, sich in Details zu verzetteln und damit den sekundären Elementen zu viel Zeit und Energie zu widmen, obwohl die primären Elemente noch nicht genügend herausgearbeitet sind.

Extra Tipp

Halte alle Produktionsschritte in der DAW möglichst lange in der digitalen Domäne! Falls du wertvolles Feedback aus deiner Community erhältst, kannst du immer noch schnell die Tonart, das Tempo oder das Arrangement ändern. Hast du aber bereits viele Spuren analog aufgenommen, zum Beispiel Drums und Gitarren mit Mikrofonen auf die Festplatte gebannt, dann sind Änderungen nur noch sehr aufwändig durchzuführen. Besser ist es den Song komplett mit VST-Instrumenten und Plugins in der DAW als Skizze zu produzieren und das Ergebnis deiner Community für ein Review zugänglich zu machen. Fällt das Feedback positiv aus, arbeitest du weiter an den sekundären Elementen. Du suchst die passenden Effekte, nimmst Melodien mit richtigen Instrumenten auf und verwendest analoge Hardware, um dem Song einen zusätzlichen Charakter Schub zu verpassen. Das ist Ressourcen schonend, spart Zeit und verhindert, dass keine unnötigen Wave-Files auf die Festplatten gebannt werden.

Lean Production! Wir halten fest, auch für den Bedroom Producer ist die Zielgruppen Relevanz seines Produktes wichtig. Doch dafür benötigst du ein möglichst genaues Kunden Feedback deiner Musikproduktion. Wie soll man das als Producer einholen?

Evaluiere dein Produkt

An dieser Stelle schließt sich der Kreis zum Anfang des Blog-Beitrags. Wer keine kommerziellen Absichten verfolgt, hat eine völlig andere Vorstellung davon, wann die eigene Musikproduktion erfolgreich ist oder nicht, als jemand der Erfolg maßgeblich nach Betriebswirtschaftlichen Aspekten misst. Im ersten Fall ist die Evaluierung von Erfolg denkbar einfach: Entspricht dein Song genau deinen eigenen Vorstellungen, wirst du dein persönliches Pflichtenheft als vollständig umgesetzt abstempeln und dich mit einem guten Gefühl dem nächsten Projekt oder Musikproduktion widmen.

Möchtest du darüber hinaus auch kommerziell erfolgreich sein und dir zudem den Zuspruch deiner Community erhoffen?

Die „Erfolgs-Evaluierung“ ist dann nicht ganz so einfach. Die Variablen von „Erfolg“ sind kompliziert und oftmals divers. Es könnte ein gut gepolstertes Konto, oder eine ausverkaufte Tour sein. Oder vielleicht doch eher eine gute Chart-Platzierung? Die Gewichtung kannst nur du vornehmen. So verschieden die Kriterien für Erfolg sein mögen, eines ist dabei immer relevant. Und zwar die Reaktionen der Fanbase, also der Kundschaft.

Jedes erfolgsorientierte Unternehmen möchte eines wissen: „Wer sind meine Kunden?“ Nur wer seine Kundschaft kennt, kann Produkte mit einer hohen Akzeptanz entwickeln. Die klassische Band beziehungsweise ein Live-Künstler hat in diesem Punkt einen großen Vorteil. Wer auf der Bühne vor einem Publikum steht und seine Titel performt, der wird immer Reaktionen auf sein „Produkt“ einfahren. Publikumsreaktionen bei einem Konzert erfolgen unmittelbar und ungefiltert. Und es ist definitiv ein Unterschied, ob man die Reaktionen in einem Gesicht oder in einem Facebook Kommentar abliest. Aus diesem Grund ist es in einem Band Kontext auch nicht unüblich, neue Titel erst vor Publikum auszuprobieren und erst nach dieser Feuertaufe das Tonstudio aufzusuchen, um diese Tracks final aufzunehmen.

In einem Punkt gibt es allerdings auch eine Gemeinsamkeit

Jede Reaktion muss man zu interpretieren wissen. Das ist eine Frage der Erfahrung und der Kommunikation mit den Fans. Ein schlechter Sound (unterdimensionierte PA oder unvorteilhafte Raumakustik) oder eine miserable Tagesform der Akteure können das Ergebnis verfälschen. Der Song kann noch so gut sein, wenn man ihn durch die genannten Gründe an einem Tag nicht in gewohnter Qualität präsentiert, können die Publikumsreaktionen weniger positiv ausfallen. Obwohl der Song selbst nicht das Problem ist. Hier ist die Fähigkeit der Abstraktion gefragt.

Dem Einzelkämpfer Produzenten fehlt oftmals diese Möglichkeit der Evaluierung durch einen Auftritt vor Publikum. Wie kann man dennoch als Produzent Reaktion zu neuen Ideen und Songs einfahren? Eine Möglichkeit ist die Nutzung einer Online-Community oder der Weg über die sozialen Medien. Schon in der Frühphase einer neuen Musikproduktion bietet es sich an, sich der Kritik einer aussagekräftigen Gruppe zu stellen. Ähnlich wie sich eine Band untereinander austauscht, könnte man ein ähnliches Netzwerk aus Hardcore Fans, anderen Produzenten und Musikern aufbauen.

Du produzierst Techno oder EDM Tracks?

Dann solltest du zudem die Verbindung zu Club DJs und anderen Szene Kennern suchen. Diese können dir wertvolles Feedback anbieten oder einen Rough Mix des Tracks in ihrem Club spielen. Das ist auch deshalb wichtig, weil gerade im Techno und EDM die Sound-Auswahl ein stilbildendes Element darstellt. Kommt im Club die Kick und der Bass deines Electro Tracks nicht gut rüber, dann gehört der Track nochmals auf den Prüfstand. Auf eine maximale Soundqualität ist in diesem Genre von Anfang an zu achten, da diese bei Techno, House und EDM zu den primären Song Elementen zählt. Sekundäre Elemente kannst du auch später noch hinzufügen.

Dabei kannst du wichtige Sounds durch analoge Synth-Sounds mit manuellen Filter-Verläufen ersetzen oder ergänzen. Durch die analoge Hardware wird eine persönliche Handschrift hörbar und kann sich sogar zu einem Sound Trademark entwickeln. Fakt ist, nicht wenige Produzenten mixen und mastern ihre Tracks selbst. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Gibt man seine Musikproduktion / Songs zur finalen Veredelung in dritte Hände, erhältst du automatisch eine zweite und dritte Meinung. Stellt sich dabei das Material als problematisch heraus, ist der Aufwand für notwendige Änderungen meist unverhältnismäßig hoch.

Tipp: Es ist keine abwegige Idee, den Mix und Mastering Technikern schon während der frühen Projektphase Rough Mixe zukommen zu lassen, mit der Bitte, diese in Punkto Arrangement und Sound-Auswahl zu beurteilen. Wer als Einzelkämpfer sich über Tage hinweg durch sein Song Arrangement gekämpft hat, dem fehlt oft der nötige Abstand, um den Status Quo richtig einschätzen zu können. Erfahrene Tontechniker, sowie Freunde und Fans können durch Tipps und Anregungen die notwendigen Impulse geben, um deinen Song (deine Musikproduktion) auf die richtige Schiene zu setzen.

In anderen Worten: Produkt Verbesserung.

Doch das ist immer noch nicht das Ende des Evaluierungsprozesses deiner Musikproduktion. Der Tag ist gekommen und der frisch gemixte und gemasterte Song ist endlich käuflich erhältlich. Wo und wie lassen sich die harten Fakten zu dessen Verkaufs-Performance ablesen? Der Kontostand gibt nur einen Teil der Wahrheit wieder. Gerade in Zeiten von Streaming und rückläufigen Verkäufen physikalischer Tonträger.

Wie ist die Reichweite der Songs? Wer sind meine Fans und wie nehmen diese den neuen Song auf? Bedeutet eine hohe Chartplatzierung automatisch einen kommerziellen Erfolg? Und welche Charts sind für mein Produkt überhaupt relevant? Man sieht, das Thema ist äußerst komplex. Neben den unmittelbaren Reaktionen bei Live-Konzerten und der Online-Community wird das Bild schnell verschwommen. Wer hört meine Songs und was sagt eine Chart-Platzierung überhaupt aus? Dieses Thema ist es wert, in einem gesonderten Blog-Beitrag behandelt zu werden.

Was denkst du zu diesem Thema? War dir das bewusst oder hast du jetzt einen Aha Effekt erlebt und gehst motiviert an deine Musikproduktion? Hinterlass doch mal einen Kommentar und teile diesen Beitrag mit deine Freunden und Bekannten, die die Lean Production Methoden noch nicht auf dem Schirm haben.

Vielen Dank fürs Lesen,

euer Ruben Tilgner

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