How to Podcast

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How to Podcast


Pandemie bedingt ändert sich unser Medienverhalten nachhaltig. Viele extrovertierte Darstellungsmöglichkeiten wie Konzerte, Ausstellung oder Präsenzseminare sind (wenn überhaupt) zurzeit nur eingeschränkt möglich. Doch das hält kreative Geister nicht davon ab, ihren künstlerischen Output zu verbreiten. Der Situation geschuldet sucht man nach alternativen Möglichkeiten, sich der Welt zu offenbaren. Neben Live-Streams ist der Podcast ein beliebtes Mittel, gerade komplexere Themen einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Die Zugangshürden für die Zuhörerschaft sind niedrig. Auf der anderen Seite muss ein Podcaster einiges beachten, um mit einem Podcast in guter Qualität aufwarten zu können.

In diesem Blogbeitrag wollen wir euch wertvolle Tipps rund um das Thema “Podcast“ anbieten. Neben relevanten, interessanten Inhalten ist eine gute Audioqualität ein Garant für einen erfolgreichen Podcast. Besonders dann, wenn man sich als High Fidelity Insel in einem Ozean an Podcasts empfehlen möchte. Lasst uns direkt starten.

Die Renaissance der Podcasts

Man könnte vermuten, dass das Medium Podcast nur wenige Jahre alt ist. Vielmehr wurde es in den letzten Jahren wiederentdeckt und feiert durch die Pandemie aktuell eine spürbare Wiederbelebung. Dabei ist die Grundidee erstaunlich alt. In den 80er Jahren stellte die Firma RCS (Radio Computing Services) erstmals digitale Talk-Inhalte für Radiostationen zur Verfügung, was zumindest dem Grundgedanken der heutigen Podcasts recht nahekommt. Damals sprach allerdings noch niemand von einem Podcast. „Audiobloggin“ war ein Versuch, diesem neuen Medium einen Namen zu verleihen. Der Begriff „Podcast“ wurde erstmals 2004 von Ben Hammersley in einem Zeitungsartikel des Guardian verwendet.

Das Jahr 2004 gilt aufgrund eines weiteren Ereignisses als prägend für das Podcast Medium. Software Entwickler Dave Winer und der ehemalige MTV VJ Adam Curry gelten als die Erfinder des bis heute bekannten Podcast Formats. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Entwicklung auch dank des Internets rasant an Fahrt auf. Im gleichen Jahr startete mit „Libsyn“ der erste Podcast Service Provider.

Heute ist Libsyn ein börsennotiertes Unternehmen. Im Jahr 2005 veröffentlichte Apple mit der iTunes 4.9 Version erstmals einen nativen Support für Podcasts. 2006 zeigte Steve Jobs, wie man einen Podcast mit Garageband erstellt, während Apple im Jahre 2013 den „1 Milliardsten Podcast Subscriber“ vermeldet. Wie brennend aktuell das Thema „Podcast“ tatsächlich ist, lässt sich auch daran bemessen, dass 2019 der Streaming Dienst Spotify die Podcast Dienste „Gimlet Media“ und „Anchor FM inc.“ aufkaufte und sich damit zu einem der größten Anbieter für Podcasts entwickelte. In Deutschland haben 2020 nach einer repräsentativen Umfrage 33 Prozent der Bundesbürger angegeben, Podcasts zu hören. Inhaltlich bevorzugen die meisten Höher (neben dem omnipräsenten Corona Topic) bevorzugt Beitrage zu Comedy, Sport und Nachrichten. Die Welt der Podcasts ist somit inhaltlich breit aufgestellt. Ebenso vielfältig ist Menge an Podcast Providern.

Welche Podcast Hosting Plattform darf es sein?

Ok, du hast dich entschlossen mit einem eigenen Podcast an den Start zu gehen. Während wir später Tipps & Tricks zur technischen Umsetzung offerieren, solltest du dir als ersten Schritt Gedanken darüber machen, wo dein Podcast gehostet werden soll. Klingt banal, aber diese Grundsteinlegung hat direkten Einfluss auf die Performance deines Podcasts. Zum einen ist das Angebot an Hosting- Plattformen sehr groß und zum anderen kann eine unüberlegte Wahl die Zukunft deines Podcast-Projekts massiv beeinflussen. Doch der Reihe nach. Bevor du dich für einen Provider entscheidest, solltest du klar umreißen, was du mit deinem Podcast mittel- und langfristig erreichen möchtest und dich dann für einen passenden Provider entscheiden.

Du verfolgst keine kommerziellen Absichten und behandelst eher Themen und Inhalte jenseits des vorherrschenden Zeitgeistes? Dann kannst Du deinen Podcast „Der Multiband Kompressor im Wandel der Zeit“ problemlos auf deiner Website hosten. Das verursacht keine zusätzlichen Kosten und der Zugriff deiner eher übersichtlichen Community verursacht keinen Stress für den Web Server. Planst du dagegen ein größeres Publikum zu adressieren, solltest Du von Anfang an auf einen professionellen Podcast Provider setzen. Ansonsten kann ein späterer Umzug von deiner Website zu einem professionellen Provider problematisch sein. Im Zweifelsfall verlierst du dadurch sogar einen Teil deiner Abonnenten.

Kann ich nicht einfach meine Podcasts bei einem der global player wie iTunes, Google Podcasts oder Spotify hosten?

Das geht leider nicht. Vielmehr übernehmen diese Anbieter einfach nur deine Daten von einem dedizierten Podcast Hoster. Somit muss man seine Vorstellungen mit den Angeboten der Podcaster Hosting Plattformen abgleichen, um den passenden Partner zu finden. Wer nicht genau weiß, wohin sich sein Podcast entwickeln soll, der greift vorzugsweise zu einem Einsteiger Paket eines professionellen Anbieters (z.B. Podcaster, Anchor, Captivate oder buzzsprout).

Wächst die Zahl der Abonnenten, führt man ein Upgrade bei seinem Hoster durch, um beispielsweise über eine Affiliate-Marketing-Integration etwas Geld hinzuzuverdienen oder über ausführliche Statistiken sich ein genaueres Bild, über die seine Zuhörer machen zu können.

How to Podcast | Anchor Screenshot


Welches Equipment brauche ich für einen Podcast?

Da Podcasts sich überwiegend auf Sprachaufnahmen fokussieren, benötigt man als Minimalausstattung nur ein Mikrofon und ein Aufnahmemedium. Wie immer in der Audiotechnik ist die Preisspanne groß. Da die meisten Podcasts mittlerweile über ein Smartphone konsumiert werden, liegt folgender Gedanke nahe: Warum die ersten Versuche nicht direkt mit dem Smartphone aufnehmen? Jedes Smartphone hat ein eingebautes Mikrofon und zusammen mit der kostenlosen „Anchor“ App von Spotify (erhältlich für iOS und Android) kann man die ersten Schritte als Podcaster auch ohne großes Budget starten. Zumal sich diese Kombination auch „off the grid“ jenseits einer Studio Umgebung einsetzten lässt.

Schnell an ihre Grenzen gerät diese Kombination allerdings, wenn eine professionelle Klangqualität gefordert ist, es mehrere Gesprächsteilnehmer gibt oder gar ein Teilnehmer via Skype eingebunden werden soll. In diesem Fall wechseln wir von einem Smartphone zu einem Laptop oder Desktop Computer in Kombination mit einem professionellen Audio Interface mit mehreren Mikrofoneingängen. Tipp: Für die bestmögliche Klangqualität sollte jeder Teilnehmer über Kopfhörer anstatt über Monitore abhören. Gebe ich die Stimme eines Gastes (z.B. via Skype) über Monitore wieder, dann wird seine Stimme zusätzlich über das eigene Mikrofon aufgenommen. Das erzeugt unweigerlich unschöne Kammfilter Effekte, die sich später kaum mehr entfernen lassen. 

Welches Mikrofon ist das richtige?

Bei der Wahl des richtigen Mikrofons ist die Auswahl ähnlich groß, wie bei den Podcast Plattform Anbietern. Was wir bereits wissen: Wer einen Live-Podcast aufnimmt mit einem oder mehreren Gesprächspartnern, der sollte keine Monitore verwenden. Wer beim Sprechen noch die Hände frei haben muss, der kann als Mikrofon Alternative auch zu einer Hör-Sprech Kombination greifen. Unter Podcastern gilt beispielsweise das beyerdynamic DT-297-PV-MKII als ein beliebter Standard. Das DT-297-PV kombiniert eine Nieren Kondensator Kapsel mit einem dynamischen Kopfhörer, der zum Abhören dient. Eine günstige Alternative stellt das Presonus Revelator USB-C Mikrofon dar, das alles Notwendige für einen Podcast vereint. 

Next Level Klangqualität

Was die Klangqualität betrifft, ist immer noch Luft nach oben. Aufschluss bietet ein Blick auf die Ausstattung professioneller Podcasts (z.B. The Joe Rogan Experience). Hier sieht man durch die Bank professionelle Broadcast Mikrofone im Einsatz, die neben ihrer ausgewiesenen Klangqualität für eines bekannt sind: Ein berechenbarer Nahbesprechungseffekt. Profi-Broadcast Mikrofone wie das Electro Voice RE20, Neumann BCM 01 oder das Shure SM7 klingen sehr ausgewogen und verleihen dem Sprecher auf naher Distanz eine tiefe, warme Stimme – wie man es aus dem Radio gewohnt ist. Auch Ribbon Mikrofone haben einen sehr warmen und angenehmen Sound mit sehr wenigen S-Lauten.

Neben der Verwendung bekannt hochwertiger Mikrofone erkennt man bei genauem Hinsehen noch ein weiteres Detail in professionellen Podcast Studios: Akustikelemente für eine Verbesserung der Raumakustik. Ambitionierte Podcaster operieren im Grunde ähnlich wie ein professionelles Tonstudio. Die Qualität der Aufzeichnung wird determiniert durch das schwächste Glied in der Kette. So macht der Einsatz eines teuren Mikrofons nur bedingt Sinn, falls die Raumakustik alles andere als ideal ist. Legt man ein professionelles Studiomikrofon in den Warenkorb, dann sollte der Rest der Signalkette (Mikrofonvorverstärker, Equalizer, Kompressor, Digitalwandler, Raumakustik, Post-Pro beziehungsweise Nachbearbeitung-Equipment) auf vergleichbarem Niveau operieren.

Gerade ein guter Analog – Kompressor verleiht der Stimme den professionellen Sound, den wir aus dem Radio kennen. Zu starke Dynamik Schwankungen sind beim Zuhören unangenehm, gerade bei der Verwendung von Kopfhörern. Aber auch sehr wichtig beim Hören in lauter Umgebung wie beim Autofahren.

Während der Aufnahme

Im Tonstudio halten sich viele User die Möglichkeiten offen, den eigentlichen Sound auf die Mix-Phase zu verschieben. Das kann man als Podcaster ebenfalls so handhaben. Doch oftmals macht es Sinn, sich schon während der Aufnahmen für einen Sound zu festzulegen. Manche Podcasts werden auch Live gestreamt und stehen erst nach der Sendung als Download bereit. In diesem Fall sollte man unbedingt während der Aufnahme EQ und Kompression verwenden. Das gilt auch, wenn man einen oder mehrere Gäste im Podcast empfängt. Durch geschickten EQ- und Kompressionseinsatz ist der Klang ausgewogener und jeder Akteur kann sein Gegenüber besser verstehen.

Warum ist das so?

Jede Stimme und jedes Mikrofon klingt anders, daher gibt es fast immer ein, zwei Problemfrequenzen, wo eine Stimme vielleicht zu nasal (400-500 Hz) zu schrill (3-4 kHz) oder zu höhenlastig (6-8 kHz) klingt. Filtert man diese Frequenzen mit einem professionellen EQ wie dem elysia xfilter 500 gezielt heraus, wirkt die Stimme deutlich gefälliger und klingt wie aus einem Guß. Auch an der Quelle lässt sich mit dem richtigen Werkzeug der Klang mit wenigen Handgriffen deutlich verbessern. Der elysia skulpter 500 Preamp bietet direkten Zugriff auf wichtigsten Parameter, wie die Mikrofonvorverstärkung. Das ist insbesondere für den Fall wichtig, wenn sich Talk-Gäste mit sehr engem Zeitplan einklinken. Der Soundcheck muss in diesen Fällen so kurz wie möglich ausfallen. Mit der Unterstützung des skulpter 500 kein Problem.

Der eingebaute Mikrofonvorverstärker boostet bei Bedarf ausgangsschwache Mikrofone mit +65 dB. Ideal für Mikrofone wie das Shure SM7B, falls es von einer zarten Stimme besprochen wird. Für eine schnelle und effiziente Klangkorrektur steht das „Shape“ Filter bereit. Wird das Mikrofon sehr nah besprochen oder der Sprecher verfügt über eine ungewöhnlich tiefe Stimme, lassen sich unnötige Tiefbass Anteile mit dem durchstimmbaren Low Cut fachgerecht entsorgen. Sehr dynamische Stimmen werden mit dem interaktiven Ein-Knopf Kompressor gezielt einfangen, was einem deutlich homogeneren Sound zugute kommt. All diese Funktionen werden über gerade einmal vier Potis bedient, was schnelle und nachvollziehbare Ergebnisse produziert. In Kombination mit einem professionellen AD-Wandler oder Audiointerface ist das schon die halbe Miete.

Auch die Sprachverständlichkeit ist hier sehr hoch, was für längere Podcasts wichtig ist. Die Minimalleistung ist erbracht, wenn eine verzerrungsfreie Aufnahme mit konstantem Pegel auf die Festplatte gebannt wird. Dafür sollte man die Basics des Staging beherrschen. Hier geht es zum Beitrag.

Vorsicht Raum!

Für den letzten Schliff sollten wir für eine gute Raumakustik sorgen. Im Idealfall verfügt ihr über einen Aufnahmeraum mit trockener, gleichmäßiger Akustik, die zudem vor Umwelt Lärm gedämmt ist. Einen nicht unbeträchtlichen Teil des Budgets in Raumakustik und Schalldämmung zu investieren, stand vielleicht nicht unbedingt auf dem Wunschzettel, lohnt sich aber definitiv. Es gibt aber auch häufig schon Räume, die von sich aus schon sehr schallarm sind wie z.B. das Schlafzimmer. Wie wir später in dem Punkt „Nachbearbeitung“ sehen, werden die Aufnahmen in der Regel nochmals deutlich komprimiert.

Durch die Kompression werden vorhandene Raumanteile im Mix deutlich nach vorne gebracht. Vorhandener Raumhall mag während der Aufnahme noch nicht sonderlich störend sein, aber spätestens in der Nachbearbeitung ärgert man sich über den indirekten Sound, der sich im Nachhinein nur mit viel Aufwand retten lässt. Das gleiche gilt für Lärm von außen, der sich ungebeten in die Aufnahme mogelt. Background Noise sollte unter allen Unterständen vermieden werden.

Nachbearbeitung für maximalen Klang

Um die aufgenommen Spuren komfortabel mischen zu können, benötigen wir eine Audio Software. Auch hier ist die Auswahl groß. Von kostenlosen Einsteiger Programmen wie Audacity bis hin zur ausgewachsenen DAW (Cubase, Logic oder Pro Tools) reicht die Preis- und Ausstattungsspanne. Der Podcaster hat also die Qual der Wahl. Unabhängig vom Preis und der Ausstattung gibt es allerdings einige Kriterien, die eine passende Software für Podcaster bereitstellen sollte. Dazu zählen die Aufnahmemöglichkeit, das Arrangieren und Hinzufügen von zusätzlichem Audio Material, wie Jingles, O-Töne oder Hintergrundmusik. Des Weiteren muss die Software in der Lage sein, alle Audiofiles zu einem Stereo Mixdown in unterschiedlichen Formaten zusammenfassen zu können. Legen wir los und verpassen unseren Signalen den letzten Schliff.

Hauptaugenmerk muss stets auf einer möglichst gut klingenden, verständlichen Stimmwiedergabe liegen. Der Zuhörer muss der Stimme gerne zuhören wollen, das ist wichtig, damit der Zuhörer dranbleibt. Das sollte in der Nachbearbeitung herausgearbeitet werden. Die Nachbearbeitung unterteilt sich in drei Schritte. Zunächst versuchen wir alle Signale untereinander in ihre Lautstärke anzupassen, so dass der Podcast sich ohne große Pegelsprünge anhören lässt. Haben wir verschiedene Sprecher und vielleicht noch unterschiedliche Musikzuspielungen, versuchen wir diese in Puncto Klang und Dynamik ebenfalls anzugleichen. Dafür arbeiten wir als zweiten Schritt mit den Einzelsignalen und nutzen dabei EQ und Dynamik Prozessoren. Weiter gehende Tipps für den konkreten Umgang mit EQs und Dynamic Tools werden wir in einem späteren Blog Beitrag präsentieren.

Ein ebenfalls nützliches Werkzeug für eine Klangverbesserungen können Restaurations- oder Rauschunterdrückungs-Plugins darstellen, die etwaige Nebengeräusche gezielt herausfiltern. Alles was der Verständlichkeit und einem unaufdringlichen Höreindruck dient ist nützlich um den Zuhörer bei der Stange zu halten.

Nachbearbeitung

Der letzte Schritt in einer Podcast Nachbearbeitung ist ein „Mini Master“. Alle Einzelsignale werden zu einem Stereotrack zusammengemischt. Dieser Stereo Track lässt sich ebenfalls nochmal mit einem Feinschliff versehen, ähnlich wie bei einem Mastering für eine Musikproduktion. Das Thema „How to Master“ bedarf allerdings einen oder mehrere separater Blog-Beiträge und kann auch Platzgründen hier nicht weiter ausgeführt werden. Folgenden Tipp möchten wir dennoch mit auf den Weg geben.

Eine gern gestellte Frage in der Podcast Community ist: Wie laut sollte ein Podcaster Master sein? Die AES (Audio Engineering Society) empfiehlt für Podcasts einen Maximalpegel zwischen -20 und -16 LUFS. Wir empfehlen dagegen mit dem Pegel zu arbeiten, der den besten Klang des Masters generiert. Das wiederum ist schlichtweg abhängig von der Aufnahme und dem Mix. Manche Stimmen können stärker mit Kompression und Limiting behandelt werden als andere. Daher sollte das Ohr und nicht das LUFS Metering die letzte Instanz bilden. Mehr zu diesem Thema in diesem Blog Beitrag.

Das hat Format

Haben wir die passenden Mastering Einstellungen gefunden, steht der Mixdown auf das passende Audio Format an. In der Regel ist das MP3. MP3 wird aufgrund der kleinen Dateigröße bei Podcasts bevorzugt, auch wenn es klanglich nicht die beste Option darstellt. Ein direkter Konkurrent wäre M4a, das ähnlich kleine Dateien erzeugt und sogar noch besser klingt. Leider unterstützen nicht alle Podcast Plattformen (z.B. Spotify) das M4a Format, so dass man dieses nur wählen sollte, wenn man „Klang vor Reichweite“ vorzieht. Ist Klang das wichtigste Kriterium, dann geht am Wave-Format kein Weg vorbei. Der große Nachteil von Wave ist allerdings die opulente Dateigröße, was den einen oder anderen Abonnenten verschrecken könnte. Vor allem wenn diese deine Podcasts bevorzugt als Download konsumieren oder über mobile Daten via Smartphone auf deinen Podcast zugreifen. Daher ist ein hoch aufgelöstes MP3 (320 Kbit/s) zur Zeit gängiger Kompromiss.

Metadaten

Nachdem wir das Master erstellen haben, folgt als letzter Schritt die Vergabe der Meta Daten. Für den Podcast Bereich so gut wie unverzichtbar ist das Einfügen sogenannter ID-3 oder Enclosure-Tags in die Master-Datei. Das garantiert, dass dein Podcast mit wichtigsten Tags (Podcast-Titel, Cover-Art, Jahr der Veröffentlichung usw.) ausgestattet ist. Diese Metadaten sind der digitale Personalausweis für deine Podcast Datei. Falls deine Audiosoftware keine Metadaten vergeben kann, lassen sich die ID-3 Tags auch nachträglich über Software wie iTunes, MP3Tag oder ID3 Editor hinzufügen. Die Presonus DAW Studio One verfügt über eine extra „Project-Page“, die einem Mastering Programm gleichkommt. Dort lassen sich ebenfalls Metadaten für einzelne Tracks und Alben samt Artwork einpflegen. Das sieht wie folgt aus: 

How to Podcast | DAW Studio One Project Page Screenshot

Die ID-3 oder enclosure Tags sind deshalb wichtig, weil diese Metadaten in einem RSS-Feed referenziert werden können. Damit lassen sich deine Episoden komfortabler finden und auf Wunsch auch automatisiert downloaden. Aber was ist ein RSS-Feed? Ein RSS-Feed ist ein Dateiformat, der dir Inhalte aus dem Internet anzeigt. Man kann damit Blogs oder Podcasts abonnieren und wenn du die entsprechende Website besuchst, wirst du automatisch auf neue Inhalte hingewiesen. RSS-Feeds sind de facto der Standard für ein Podcast-Abo. Theoretisch kann man einen RSS-Feed selbst erstellen, was aber nicht notwendig ist, wenn man eine Podcaster Hosting Plattform nutzt. Diese generieren für ihre Kunden automatisch entsprechende RSS-Feeds. Ein Grund mehr, seinen Podcast einer Hosting Plattform anzuvertrauen.

Fazit

Ich hoffe, dass dieser Blog Beitrag einige wertvolle Tipps und Tricks für dein Podcast Unterfangen bereithält. Zumindest was die produktionstechnische Seite angeht, dürfte nun klar sein, wie man einen Podcast produziert. Dabei sollte man stets eines im Hinterkopf behalten: Ein Podcast mit gutem Klang und professioneller Produktion garantiert noch lange keine große Abonnentenzahl. Im Grunde unterscheidet sich ein erfolgreicher Podcast in diesem Punkt kaum von einer erfolgreichen Musikproduktion. Nur wer es versteht einen guten Sound mit interessanten, frischen Inhalten zu verbinden, wird im Laufe der Zeit eine treue und hoffentlich stetig wachsende Zuhörerschaft aufbauen. Gerade in herausfordernden Zeiten suchen Menschen vermehrt eines: Sinnstiftende Inhalte mit Relevanz. Wenn es deinem Podcast gelingt beides zusammenzuführen und die Produktion zudem klanglich überzeugt, dann dürfte sich dein Podcast in Zukunft kaum über mangelnde Aufmerksamkeit beschweren.

Wenn euch dieser Blog Beitrag gefallen hat, hinterlasst gerne eine Kommentar und teilt diesen Beitrag. Ich würde mich freuen.

Euer, Ruben Tilgner

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