Mastering-Grade Saturation
In diesem Modus erzeugt das karacter plugin angenehme harmonische Verzerrungen (THD) mit einer weichen Kennlinie – ein sehr musikalisches, symmetrisches Clipping.

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Indem er auf behutsame Weise (jedenfalls meistens...) ein symmetrisches Clipping erzeugt, kann der karacter das ursprüngliche Signal sehr natürlich einfärben und andicken. Dieser Modus basiert auf einer weichen Kennlinie und legt seinen Fokus auf die ungeraden Harmonischen (h3, h5, …). Mit dem Mix-Regler lässt sich das gesättigte Signal für eine noch stärkere Integrität jederzeit stufenlos mit dem Original überblenden.

Hier sehen wir das harmonische Spektrum einer Sinus-Welle in diesem Modus:

Und so sieht die Sinus-Welle nach der Bearbeitung mit dem karacter aus:

Tube-Inspired Distortion
Im FET Shred-Modus verändert sich das Verhalten drastisch. Mit einer großen Bandbreite unsymmetrischer Verzerrung erinnert der Klang an typische Röhrenschaltungen.

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Jetzt verwandelt sich der karacter in eine völlig andere Spezies...  die Verzerrung verliert ihre symmetrische Charakteristik und wechselt ins Unsymmetrische. Der Klang eines heiß angefahrenen Röhrenamps liegt in der Luft. Nun kommen auch mehr gerade Harmonische (h2, h4, …) ins Spiel, und was vorher Sättigung war, ist jetzt eine äußerst musikalische Verzerrung. Auf jeden Fall sollte der Color-Regler intensiv zum Einsatz kommen!

Hier sehen wir das harmonische Spektrum einer Sinus-Welle in diesem Modus:

Und so sieht die Sinus-Welle nach der Bearbeitung mit dem karacter aus:

Glorious Destruction
Und jetzt Vollgas: Der Turbo Boost verschiebt den Arbeitspunkt der Zerrstufen im FET Shred-Modus, wodurch noch stärker unsymmetrische Wellenformen entstehen.

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Der Turbo Boost tritt das Pedal im FET Shred-Modus durch den Boden. Der Arbeitspunkt der für die Verzerrung zuständigen Schaltungen wird weiter verschoben, wodurch sich eine noch unsymmetrischere Signalstruktur ergibt. Die besten Ergebnisse lassen sich mit höheren Einstellungen des Drive-Reglers erzielen – göttlich für Industrial, brutale Gitarrensounds, Samples feste durchbeuteln, und vieles mehr...

Hier sehen wir das harmonische Spektrum einer Sinus-Welle in diesem Modus:

Und so sieht die Sinus-Welle nach der Bearbeitung mit dem karacter aus:

Color Filter
Der Color-Regler verändert das Frequenzverhältnis bei der Erzeugung von Harmonischen mit zahllosen Variationen. Die Mitte ist neutral, links mehr Dub und rechts mehr Shred.

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Hinter der Bezeichnung Color steckt ein einzigartiges, komplexes Filternetzwerk, welches mit nur einem Regler sehr komfortabel zu bedienen ist. Hier haben wir etwas ganz anderes als die einfache Höhenblende vieler Verzerrer – dieses Filter ist deutlich flexibler und tief in die Schaltungen des karacter integriert.

Das Netzwerk verändert demnach auch nicht den Frequenzgang nach der Sättigung, sondern ist vielmehr ein entscheidender Bestandteil schon bei der Erzeugung der Harmonischen. Dadurch steht ein großer Bereich an möglichen Klangfarben mit einigen herrlichen Sweet Spots zur Verfügung: von knurrendem Dub bis klirrendem Punch ist alles machbar.

Das folgende Diagramm zeigt das Verhältnis THD über Frequenz für diverse Einstellungen des Color-Reglers von links nach rechts:

Integrierte M/S-Matrix
Alternativ zum normalen Stereobetrieb können auch Mitten- und Seitensignale bearbeitet werden: völlig neue Bearbeitungsmöglichkeiten tun sich auf!

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Die M/S-Technik ist hauptsächlich als Variante der Stereo-Mikrofonie bekannt. Dazu wird ein Mikrofon mit Nieren-Charakteristik für das Mittensignal (M) benutzt und ein weiteres mit Achter-Charakteristik um 90° über dem ersten Mikrofon versetzt, um die Seitensignale (S) aufzuzeichnen. Der Hauptvorteil dieser Technik ist die Mono-Kompatibilität. Daher setzt auch der UKW-Rundfunk M/S-Technik zur Übertragung von Stereo-Signalen ein.

Um ein M/S-Signal zu erzeugen, werden aus der Stereo-Summe links und rechts zur Bildung des Mittenkanals addiert und zur Erzeugung des Seitensignals rechts von links subtrahiert:
M = L+R
S = L-R

Um aus einem M/S-Signal wieder L/R zu generieren, addiert man M+S für links und subtrahiert M-S für rechts:
L = M+S
R = M-S

Mit der Integration eines M/S-Coders und -Decoders in einen Saturator ergibt sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die mit klassischen Prozessoren kaum machbar sind. Einer der Hauptvorteile ist natürlich die unabhängige Bearbeitung von Mitten- und Seiten-Signal. Dadurch ist es beispielsweise möglich, das Stereo-Spektrum zu erhalten und trotzdem den räumlichen Mittenbereich klanglich zu formen.

Natürlich können auf diese Weise auch ausschließlich die Seitensignale stark verzerrt werden, ohne dass die Mitte davon beeinträchtigt würde. Auch die Stereobreite kann schnell und effektiv beeinflusst werden, und es lassen sich gezielt Bereiche im Mix bearbeiten, auf die man im Stereo-Betrieb gar nicht so spezifisch zugreifen könnte.

Vier Betriebsarten
Für größtmögliche Flexibilität erlaubt der karacter gelinkte und ungelinkte Stereo-Bearbeitung, und auch in M/S funktionieren die jeweiligen Kanäle gelinkt und ungelinkt.

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Die Master-Version des karacter plugins stellt insgesamt vier unterschiedliche Betriebsarten für seine beiden Kanäle zur Verfügung:

Stereo Gelinkt:
In diesem Modus werden beide Kanäle gleichzeitig von einem einzelnen Regler-Set gesteuert. Die jeweils verwendeten Bedienelemente steuern ihr Pendant im anderen Kanal synchron mit.

Stereo Ungelinkt:
Für die Fälle, in denen man unterschiedliche Einstellungen für den linken und rechten Kanal eines Stereosignals machen muss oder möchte, bietet sich dieser Modus an. Für reine Monosignale ist die Mix-Version des Plugins das Werkzeug der Wahl.

M/S Gelinkt:
In diesem Modus können interessante klangliche Alternativen zum gelinkten Stereo-Modus entstehen. Das liegt daran, dass in M/S die Signale anders als in Stereo auf die beiden Sättigungsstufen des karacters verteilt werden. Ein Beispiel: Die Signalanteile im Seitenkanal weisen in der Regel einen vergleichsweise niedrigen Pegel auf, wodurch sie im Vergleich zum Stereobetrieb weniger intensiv verzerrt werden.

M/S Ungelinkt:
Dieser Modus erlaubt die völlig unabhängige Bearbeitung von Mitte und Seitensignal. So lässt sich z.B. die Mitte stark anfetten, während die Seiten völlig unberührt bleiben. Oder genau anders herum, oder alles Mögliche dazwischen... Voneinander abweichende Einstellungen der Gain-Regler können zudem subtile oder deutliche Änderungen des Stereo-Spektrums bewirken. 

True Emulation
Der spezifische Klangcharakter der Hardware wurde in einem aufwändigen Prozess so exakt wie möglich nachgebildet.

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Eine komplexe analoge Hardware in digitalen Code umzusetzen ist nicht gerade eine triviale Angelegenheit, insbesondere dann, wenn die Vorlage wie der karacter vollständig diskret aufgebaut ist.

Die erste wichtige Aufgabe in einem solchen Projekt besteht darin, die elektronische Schaltung in einzelne Funktionsblöcke zu zerlegen. Diese werden dann Schritt für Schritt in Software übersetzt und zusammengefügt.

Dieses erste Ergebnis wird genau durchgemessen und mit der Hardware verglichen, was wiederum zu einem aufwändigen und sehr detailreichen Anpassungsprozess führt. Die Arbeit an der Benutzeroberfläche (Fotographie, Retusche, Rendern) findet parallel dazu statt.

Am Ende steht die finale Abstimmung sämtlicher Regler, damit sich die Software auch wirklich wie ein echter karacter ‚anfühlt’. Schließlich wird der fertige Code noch auf unterschiedliche Plugin-Interfaces (AAX/RTAS/VST/AU...) portiert und installationsfähig gemacht.

Oversampling
Damit der karacter auch bei niedrigeren Sampleraten immer beste Ergebnisse liefert, verwendet das Plugin intern eine höhere Auflösung.

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Das karacter plugin profitiert zweifach von einer höheren Samplerate: Zunächst entsteht eine bessere interne Auflösung, was insbesondere für Verzerrungen in den hohen Frequenzen von Vorteil ist, da diese zum Teil sehr hoch ins Frequenzspektrum hinaufreichen.

Darüber hinaus werden auch weniger Artefakte durch das unausweichliche Aliasing erzeugt, wodurch die Kennlinien der Filter des karacters noch besser denen des analogen Vorbilds entsprechen.

Um diese Vorteile auch bei niedrigeren Abtastraten nutzen zu können, verwendet das karacter plugin internes Oversampling. Dabei wird die Samplerate eines Projekts innerhalb des Plugins mit einem bestimmten Faktor multipliziert, ohne dass das komplette Projekt mit einer höheren Frequenz gefahren werden müsste.

Dieses Verfahren braucht zwar ein gewisses Maß an CPU-Leistung, aber das klangliche Ergebnis spricht für sich. Das karacter plugin setzt das Oversampling nach folgenden Regeln ein:

• Samplerate kleiner 50 kHz: 4x Oversampling
• Samplerate kleiner 100 kHz: 2x Oversampling
• Samplerate größer 100 kHz: kein Oversampling

Mausrad-Unterstützung
Das Einstellen von Parametern mit der Maus kann ganz schön nervig sein – die Regler des karacters lassen sich daher einfach mit dem Mausrad bedienen.

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Die Regler des karacters müssen nicht unbedingt angeklickt und gezogen werden. Sie lassen sich alternativ auch einfach mit dem Mausrad bedienen – und zwar ohne sie vorher anklicken zu müssen. Folgende Kombinationen stellen zusätzliche Eingabehilfen dar:

Feinabstimmung
VST: Shift + Mausrad
AU: Shift + Mausrad
RTAS/TDM: Ctrl/Cmd + Mausrad

Standardwert
VST: Ctrl/Cmd + Mausklick
AU: Alt + Mausklick
RTAS/TDM: Alt + Mausklick

Linear/Zirkulär
VST: Alt