Integrierte M/S-Matrix

Die M/S-Technik ist hauptsächlich als Variante der Stereo-Mikrofonie bekannt. Dazu wird ein Mikrofon mit Nieren-Charakteristik für das Mittensignal (M) benutzt und ein weiteres mit Achter-Charakteristik um 90° über dem ersten Mikrofon versetzt, um die Seitensignale (S) aufzuzeichnen. Der Hauptvorteil dieser Technik ist die Mono-Kompatibilität. Daher setzt auch der UKW-Rundfunk M/S-Technik zur Übertragung von Stereo-Signalen ein.

Um ein M/S-Signal zu erzeugen, werden aus der Stereo-Summe links und rechts zur Bildung des Mittenkanals addiert und zur Erzeugung des Seitensignals rechts von links subtrahiert:
M = L+R
S = L-R

Um aus einem M/S-Signal wieder L/R zu generieren, addiert man M+S für links und subtrahiert M-S für rechts:
L = M+S
R = M-S

Mit der Integration eines M/S-Coders und -Decoders in einen Saturator ergibt sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die mit klassischen Prozessoren kaum machbar sind. Einer der Hauptvorteile ist natürlich die unabhängige Bearbeitung von Mitten- und Seiten-Signal. Dadurch ist es beispielsweise möglich, das Stereo-Spektrum zu erhalten und trotzdem den räumlichen Mittenbereich klanglich zu formen.

Natürlich können auf diese Weise auch ausschließlich die Seitensignale stark verzerrt werden, ohne dass die Mitte davon beeinträchtigt würde. Auch die Stereobreite kann schnell und effektiv beeinflusst werden, und es lassen sich gezielt Bereiche im Mix bearbeiten, auf die man im Stereo-Betrieb gar nicht so spezifisch zugreifen könnte.