Anti Log

Bei einem Kompressor sind die Zeitkonstanten und insbesondere die Release-Zeit dafür verantwortlich, wie auffällig oder unauffällig der Regelvorgang zu hören ist. Beim Mastering ist zum Beispiel ein eher dezentes Verhalten gefragt, daher sind dort die Release-Kurven häufig logarithmisch oder linear.

Bei einem solchen logarithmischen Release werden die Zeiten umso kürzer, je höher die Reduktion des Pegels ist. Das hat den Vorteil, dass kurze, laute Spitzen (wie z.B. bei Drums) eine schnelle Release-Zeit haben, und das restliche Programm-Material langsamer bearbeitet wird.

Wenn es jedoch um gewollt auffällige und kreative Kompression geht, die auch neue Sounds ermöglichen soll, macht es durchaus Sinn, das Ganze kurzerhand auf den Kopf zu stellen. Im Anti Log-Modus des mpressors verläuft die Kurve also genau umgekehrt: Wenn nach einer Überschreitung des Threshold die Kompression einsetzt, so ist die Release-Zeit erst einmal länger. Wenn dann das Eingangssignal deutlich zurückgeht, wird auch die Release-Zeit wieder schneller.

Eine spezielle Schaltung sorgt dafür, dass dieser Effekt unabhängig von der absoluten Gain Reduction passiert. Ob der Kompressor nun 10, 15 oder 20 dB wegzieht, die Kurve bleibt am Anfang immer gleich und wird nur zum Ende hin schneller. Somit lassen sich auf Knopfdruck viele ungewöhnliche Kompressions-Effekte erzeugen.