Integrierte M/S-Matrix
Alternativ zum normalen Stereobetrieb können auch Mitten- und Seitensignale bearbeitet werden: völlig neue Bearbeitungsmöglichkeiten tun sich auf!

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Die M/S-Technik ist hauptsächlich als Variante der Stereo-Mikrofonie bekannt. Dazu wird ein Mikrofon mit Nieren-Charakteristik für das Mittensignal (M) benutzt und ein weiteres mit Achter-Charakteristik um 90° über dem ersten Mikrofon versetzt, um die Seitensignale (S) aufzuzeichnen. Der Hauptvorteil dieser Technik ist die Mono-Kompatibilität. Daher setzt auch der UKW-Rundfunk M/S-Technik zur Übertragung von Stereo-Signalen ein.

Um ein M/S-Signal zu erzeugen, werden aus der Stereo-Summe links und rechts zur Bildung des Mittenkanals addiert und zur Erzeugung des Seitensignals rechts von links subtrahiert:
M = L+R
S = L-R

Um aus einem M/S-Signal wieder L/R zu generieren, addiert man M+S für links und subtrahiert M-S für rechts:
L = M+S
R = M-S

Mit der Integration eines M/S-Coders und -Decoders in einen Equalizer ergibt sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die mit klassischen EQs kaum machbar sind. Einer der Hauptvorteile ist natürlich die unabhängige Bearbeitung von Mitten- und Seiten-Signal. Dadurch ist es beispielsweise möglich, das Stereo-Spektrum zu erhalten und trotzdem den räumlichen Mittenbereich klanglich zu formen.

Natürlich können auf diese Weise auch die Seitensignale mehr Präsenz in einem fertigen Mix erhalten. Auch die Stereobreite kann schnell und effektiv beeinflusst werden, und es lassen sich gezielt Bereiche im Mix bearbeiten, auf die man im Stereo-Betrieb gar nicht so spezifisch zugreifen könnte.

Resonanzfähige Hoch- und Tiefpass-Filter
Die äußeren Shelving-Filter können in Hoch- und Tiefpass-Filter umgeschaltet werden, die als besondere Spezialität über eine zusätzliche Resonanzspitze verfügen.

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Die äußeren Bänder des museqs zeichnen sich durch ein hohes Maß an Flexibilität aus. In ihrem Standard-Modus agieren sie als hervorragend klingende High- und Low-Shelf-Filter, mit denen sich die Luftigkeit und das Fundament eines Signals schnell und effizient beeinflussen lassen.

Als besonderes Feature können diese beiden Bänder einzeln in Tief- und Hochpass-Filter mit 12 dB pro Oktave und einer zusätzlichen Resonanzspitze auf der eingestellten Frequenz umgeschaltet werden.

Gerade im Bassbereich bietet ein Hochpass mit Resonanz die optimale Möglichkeit, einen sauberen und druckvollen Klang zu erzielen. Mit der Resonanz lassen sich aber auch Bassfrequenzen verlängern, da das Resonanz-Filter ein längeres Nachschwingen erzeugt.

In den hohen Frequenzen kann das Resonanz-Filter einen Akzent auf einen bestimmten Bereich setzen, ohne dabei das komplette HF-Spektrum zu stark in den Vordergrund zu stellen oder ein zu spitzes Klangbild zu produzieren.

Warm-Modus
Durch eine Veränderung von Frequenzgang, Harmonischen und Zeitempfinden stellt der museq einen schaltbaren alternativen Klangcharakter zur Verfügung.

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Diese Funktion emuliert die Effekte eines sogenannter Slewrate-Limiters, der die Anstiegsgeschwindigkeit der Ausgangsstufen verlangsamt. Hiermit werden Frequenzgang, Harmonische und das Zeitempfinden gleichzeitig beeinflusst. 

Sehr schnelle Transienten werden etwas verlangsamt und das gesamte Klangbild wirkt etwas runder und stärker zusammengefügt. Da die Funktion in der am Ende der Signalkette eingreift, wirkt sich dieser Effekt auf alle mit dem EQ gemachten Einstellungen aus.

Auf diese Weise stellt das museq plugin zwei verschiedene Klangcharakter auf Knopfdruck zur Verfügung: kraftvolle Klarheit als grundsätzliche Klangbasis, und die leicht gesättigte Fülle des Warm-Modus.

Allerdings handelt es sich hierbei aber mehr um eine subtile Möglichkeit zur Klangfärbung als um einen krassen Soundeffekt. Ansonsten zu clean erscheinende Signale lassen sich damit jedoch sehr schön einfärben.

Boost/Cut-Modus
Durch die Boost/Cut-Umschaltung kann die doppelte Auflösung an einstellbaren Werten erreicht werden als mit der üblichen -/0/+ Anordnung.

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Beim museq wird über einen Schalter bestimmt, ob das jeweilige Band verstärkt oder abgesenkt werden soll. Der Vorteil: der gesamte Regelweg wird für die gewünschte Aktion ausgenutzt und die Auflösung der Drehregler ist somit doppelt so hoch.

Erst durch den Gain-Regler wird das jeweilige Frequenzband aktiv. Steht der Gain-Regler auf null, so findet absolut keine Beeinflussung des Signals statt – das Band ist somit quasi abgeschaltet.

Schaltbare Filtergüte
Die Filtergüte kann zwischen einem weiten und einem engen Q-Faktor umgeschaltet werden, der von der Einstellung des Gain-Reglers unabhängig bleibt.

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Bei den drei parametrischen Bändern ist die Filtergüte in zwei Stufen schaltbar: breit (Q 1,3) und schmal (Q 0,5). Dabei ändert sich die maximale Amplitude nicht. Die Filter sind nach dem Constant-Q Prinzip aufgebaut, wodurch die Filtergüte unabhängig von der Einstellung des Gain-Reglers immer konstant bleibt.

Virtueller Band-Bypass
Ein kleiner Trick sorgt dafür, dass einzelne Bänder für A/B-Vergleiche individuell in den Bypass geschaltet werden können, obwohl es dafür keine eigenen Schalter gibt.

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Das User-Interface des museqs verfügt zwar über keine ‚echten‘ Bypass-Schalter für die einzelnen Bänder, allerdings ist ein einfacher A/B-Vergleich einzelner Bänder dennoch möglich:

Benutze die Kombination Ctrl/Cmd + Klick oder Alt + Klick (je nach Host) mit einem Gain-Regler, und schon wird zwischen der letzten Einstellung und der Null-Position hin- und hergeschaltet – ein virtueller Bypass-Schalter!

Paralleles Filter-Design
Ein spezielle Filter-Anordnung sorgt dafür, dass die mittleren und hohen Frequenzen beim Hoch- und Tiefpass völlig unangetastet bleiben.

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Eine weitere Spezialität findet sich in der Ausführung der Hoch- und Tiefpass-Filter: Eigentlich ist der Hochpass mit Resonanz ein Tiefpass mit Resonanz, der phasengedreht dem Originalsignal zugemischt wird.

Das hat den großen Vorteil, dass die mittleren und hohen Frequenzen vom Filter unberührt und daher klanglich neutral bleiben. Somit wird wirklich nur der Bassbereich beeinflusst und das Gesamtsignal bleibt offen und transparent.