Recording Magazine 05/2011
Paul Vnuk Jr.: „Der alpha beherrscht die Disziplin 'subtil' so gut, dass es einem fast Angst machen kann. Ganz klar die Art von Kompressor, bei der man so lange gar nicht so sehr merkt, was man da macht – bevor man ihn dann ausschaltet. Dann allerdings erkennt man, wie viel da in Wirklichkeit geregelt wird. Sehr schön, ohne unnötige Härte.“
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Delamar 05/2011
Mario Lämmerhirt: „Den alpha compressor kann ich jedem empfehlen, der einen 'unhörbaren' Dynamikwerkzeugkasten benötigt. Ein sehr gutes Tool für den finalen Schliff beim Mastering, und dabei wirklich sehr transparent im Sound. Man erhält ein weitreichend einsetzbares Dynamiktool, das bei der Bearbeitung nur der Dynamik des Tracks zu Leibe rückt und nicht den Klangcharakter beeinflusst.“
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Beat 03/2010
Vera Schuhmacher: „Mit dem alpha compressor Plug-in ist elysia eine äußerst hochwertige und detailgetreue Emulation seines Hardware-Flaggschiffs gelungen. Wie sein analoges Vorbild überzeugt auch der virtuelle Kompressor bei einer Vielzahl von Anwendungen. Neben seinem bemerkenswert offenen, klaren Klang sowie seiner ausgesprochenen Flexibilität und Vielseitigkeit weiß das Plug-in mit einer ebenso edlen wie intuitiven Bedienoberfläche zu punkten. Ein echter Meilenstein!“
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Buenasideas 02/2011
Andreas Eberhardt: „Ich schmeiße so ziemlich alle anderen meiner Kompressor-Plugins in die Tonne! elysia hat mit dem alpha compressor ein Plugin geschaffen, das einen dermaßen guten Job bei geringer CPU-Last macht, dass man es kaum glauben will. Ob beim Mastering, oder eingesetzt auf einzelnen Spuren, das alpha compressor Plugin überzeugt. Es ist erstaunlich, wie ein 'Programm' so gut klingen kann.“
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DV Magazine 02/2011
Daniel Sherratt: „Ich habe tatsächlich nicht eine einzige Schwäche bei an diesen Plugins ausmachen können, und ihre Abstammung ist sicherlich eine der feinsten im Audiomarkt. Klar, momentan werden wir wirklich überrannt mit immer neuen Software-Kompressoren, aber diese hier stellen einen signifikanten Unterschied zu den üblichen Vintage-'Clones' dar. Es ist irgendwie erfrischend, auch mal auf etwas wirklich anderes und wegweisendes zu stoßen.“
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Recording.de 05/2011
Alexander Mann: „elysia ist in der Kooperation mit Brainworx ein sehr guter, vielseitiger Kompressor gelungen, der sowohl im Alltag als auch beim Mastering eine gute Figur abgibt. Er hebt sich deutlich von der Masse der Maximizer-Tools ab und agiert als ein gutes, zuverlässiges Präzisionsinstrument. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.“
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Everythingrecording 12/2010
Bryan Adams: „Für diesen Testbericht brauche ich kein lang angelegtes Resümee zu schreiben, denn die Audiofiles sprechen eine eindeutige Sprache. Hält dieses Plug-In sein versprechen, sich wie sein großer Bruder zu verhalten? Wenn ihr mich fragt: auf jeden Fall!“
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elysia alpha compressor plugin test

von Ludvig Nylund
Guitarlounge – März 2011

Am ersten Dezember letzten Jahres erblickte das alpha compressor plugin von elysia das Licht der Welt. Da es als das “ultimative Mastering-Tool” angekündigt wird, nehmen wir uns die Software doch einmal vor und schauen, ob sie diesem Anspruch tatsächlich gerecht wird!

Das alpha plugin beinhaltet die komplette Palette an Formaten: AU, VST, TDM, RTAS und VENUE – Hut ab dafür.

Eigentlich ist das Konzept des alpha compressors auf Mastering- und finale Mix-Arbeiten ausgelegt; hier kommt das Plugin aber in zwei Varianten. Zum einen gibt es die Master-Version, dessen Bedienoberfläche eine exakte Nachbildung der Hardware darstellt, zum anderen eine abgespeckte Version, die sich besser für die Bearbeitung einzelner Spuren eignet. Die Mastering-Version steht nur auf Stereo-Spuren zur Verfügung, während die Mix-Variante sowohl in stereo als auch in mono funktioniert.

Die Mix-Version
Die Mix-Version des alpha compressors sieht auf den ersten Blick einem anderen Produkt von elysia recht ähnlich, und zwar dem mpressor. Wenn man allerdings ein wenig genauer hinsieht, erkennt man die unterschiedlichen Funktionen.

Von links nach rechts sehen wir:
- Thresh
- Schaltbarer Feed Forward-Modus
- Attack (mit Auto Fast-Schalter)
- Release (mit Auto Fast-Schalter)
- Ratio
- SC Gain (Sidechain Gain)
- SC Freq (Sidechain Frequenz)
- Warm
- Mix
- Gain (Make-up Gain)

Es gibt also einige offensichtliche Unterschiede zum mpressor, der ja nicht über das Sidechain-Filter, den schaltbaren Feed Forward-Modus, Auto Fast für Release sowie die Warm- und Mix-Funktionen verfügt. Dafür stellt der mpressor jedoch Anti Log Release, negative Ratios, das Niveau Filter sowie den Gain Reduction Limter zur Verfügung. Schon beim Vergleich der Regler wird deutlich, dass der mpressor mehr in die kreative Richtung geht, währen der alpha vielleicht eher als Arbeitsgerät anzusehen ist.

Die Master-Version
Wie bereits erwähnt, ist diese Version ein Ebenbild der zugrunde liegenden Hardware, mit einem eigenen Reglerset für linken und rechten Kanal sowie erweiterten Funktion im Vergleich zur Mix-Version. Darunter fällt zum Beispiel die M/S-Matrix, die für Mastering-Anwendungen äußerst praktisch sein kann.

Von links nach rechts und von oben nach unten sehen wir:
- Thresh
- Schaltbarer Feed Forward-Modus
- Attack (mit Auto Fast-Schalter)
- Release (mit Auto Fast-Schalter)
- Ratio
- EQ Gain
- EQ Freq
- SC Gain (Sidechain Gain)
- SC Freq (Sidechain Frequenz)
- Mix
- Gain (Make-up Gain)
- Warm
- Soft Clip

Tiefere Einblicke
Die Bedienung des alphas ist recht einfach. Die Regler sind ebenso wie auf der Hardware gut angeordnet und beschriftet. Wer also die Arbeit mit Outboard-Geräten kennt, wird mit dem Workflow des alpha compressor plugins gut zurecht kommen.

Für reguläre, „simple” Kompressions-Einsätze mit Threshold, Ratio, Attack, Release und Make-up Gain funktioniert der alpha hervorragend, und es ist überhaupt nicht schwer, damit einen schönen Sound zu produzieren. Wenn dafür die Mix-Version benutzt wird, braucht auch nur ein Set an Reglern eingestellt zu werden, ohne dass man sich über eventuelles Matchen von Kanälen Gedanken machen müsste. Bei der Mastering-Version erhält man getrennte Einstellmöglichkeiten für den linken und rechten Kanal (oder Mitte/Seite), die bei Bedarf jedoch auch hier gelinkt werden können.

Der Feed Forward/Feedback-Schalter verändert das generelle Kompressionsverhalten und damit den Charakter des Kompressors, wodurch zwei Geräte in einem zur Verfügung stehen. Der Feed Forward-Sound wird häufig als knackiger und fester empfunden, während Feedback eher in programmabhängigen Situationen zum Einsatz kommt. Gar nicht so einfach, diesen Unterschied in Worte zu fassen – hört euch am besten mal meine Soundbeispiele dazu an.

Die Auto Fast-Schalter für Attack und Release aktivieren eine Halbautomation, die für möglichst passende Zeitkonstanten auf der Basis des eingestellten Wertes sorgen.

Der auf der Mastering-Version vorhandene EQ ist ein ähnliches Design wie elysia's niveau filter, welches als kostenloses Plugin von der Website des Herstellers heruntergeladen werden kann. Das Filter funktioniert wie ein Baxandall-Filter; man sucht sich eine Mittenfrequenz, um die herum die hohen Frequenzen angehoben und die tiefen abgesenkt werden (oder genau anders herum). Dieser EQ ist perfekt, absolut perfekt, um einen zu dumpfen Mix aufzuhellen – oder umgekehrt. Es ist so einfach, aber dabei super effektiv!

Der alpha compressor verwendet ein eingebautes Sidechain-Filter, um das zu bearbeitende Material frequenz-selektiv komprimieren zu können. Das ist eine schnelle und einfache Sache, für die man keine zusätzlichen Busse oder Routings in der DAW einrichten muss. Mit dem Sidechain Frequenz-Regler wird dabei bestimmt, welchem Frequenzbereich ein stärkerer oder schwächerer Einfluss auf das Kompressionsgeschehen zugewiesen werden soll, und die Intensität des veränderten Einflusses wird mit dem SC Gain-Regler eingestellt. Wird der SC Gain-Regler auf HP gesetzt, verhält sich die Schaltung wie ein 6 dB Hochpass-Filter, mit dem der Einfluss der tiefen Frequenzen auf die Kompression abgeschwächt wird. Die LP-Position erzeugt entsprechend einen Lowpass, der das genaue Gegenteil bewirkt.

Die Mix-Funktion ist nichts wirklich neues in der Welt der Kompression, allerdings ist sie von Zeit zu Zeit enorm nützlich. Im Grunde genommen passiert hier das Gleiche wie bei einer manuell in der DAW aufgesetzten Parallelkompression, bei der das komprimierte Signal mit dem unbearbeiteten Original zusammengemischt wird. So kann man zum Beispiel eine richtig harte Kompression fahren, die dann zum Original hinzufügt wird. Natürlich ist es deutlich einfacher und bequemer, dieses mit einem einzigen Regler direkt bedienen zu können, als das ganze in der DAW mit einem separaten Bus zu erzeugen. Eine gute Sache!

Die Hardware-Version des alpha compressors verfügt über eine schaltbare Übertrager-Option als Mittel zur Klanggestaltung. Beim Plugin gibt es dafür eine mit “Warm” bezeichnete Funktion, die das Signal andickt, sättigt und eben ein wenig anwärmt. Das geschieht nicht über die Maßen auffällig, sondern ist eher als ein subtiler Effekt anzusehen.

Schauen wir uns einmal an, was der Hersteller selbst zu dieser Funktion zu sagen hat:

“Wir haben uns entschieden, dies in der Software etwas anders umzusetzen. Hier steht - ähnlich wie beim museq - ein schaltbarer Slewrate-Limiter zu Verfügung, der Frequenzgang, Harmonische und Zeitempfinden verändert.

Dem Mastering-Ansatz des alpha compressors entsprechend, handelt es sich hierbei aber mehr um eine subtile Möglichkeit zur Klangfärbung als um einen krassen Soundeffekt. Zu clean erscheinende Signale lassen sich damit jedoch sehr schön einfärben.”

Solche Sättigungs-Effekte funktionieren meiner Erfahrung nach nicht immer gleich gut mit sämtlichen Signalen. Für meinen persönlichen Geschmack ist die Warm-Funktion immer dann nützlich, wenn es darum geht, einen zu dünn klingenden Track aufzuwerten. Aber obwohl es sich um einen subtilen Effekt handelt, wird das Signal in manchen Fällen schon wieder zu stark beeinflusst. Es eignet sich also nicht für den Dauereinsatz – aber wenn man es dann braucht, ist es äußerst nützlich.

Einen Soft Clip Limiter findet man nun wirklich nicht häufig auf Kompressoren bzw. Kompressor-Plugins. Es handelt sich hierbei um einen Clipper/Limiter, der sich auf das Auffangen von schnellen Peaks und Transienten spezialisiert, die den Headroom des Wandlers übersteigen würden. Der wesentliche Unterschied zu einem Brickwall-Limiter liegt darin, dass hier ähnlich wie bei einer gesättigten Bandmaschine die Signalspitzen verrundet werden, während bei einer Brickwall keinerlei Peaks jenseits des eingestellten Schwellwerts zugelassen werden. Mit dem Soft Clip Limiter lassen sich also Transienten prima bändigen, während gleichzeitig mehr Lautheit im Mastering-Prozess erzeugt werden kann.

Praxis und Sound
Wie gesagt lässt sich der alpha einfach und effektiv für reguläre Kompressions-Aufgaben einsetzen, und wenn man die fortgeschrittenen Funktionen verwenden will, findet man diese Seite an Seite mit den regulären Reglern. Mir macht es Spaß, beide Möglichkeiten in einem einzigen Kompressor vereint zu haben, und elysia ist es zudem gelungen, all das in eine übersichtliche Benutzeroberfläche zu packen – von der superben Präzision und der tollen Soundqualität mal ganz abgesehen.  

Es handelt sich um einen transparenten Kompressor, was man bei der Verwendung im Mastering auch voraussetzen sollte. Er arbeitet sehr solide und hält die Signale gut zusammen. Zwischen 1,2:1 und 2,2:1 bleibt alles schön intakt, wobei lediglich die Peaks gezähmt werden und der Klang keinerlei Veränderung erfährt.

Der Einsatz der Warm-Funktion versieht den Klang mit einer angenehmen Sättigung, ohne es dabei stark zu übertreiben, wie es viele andere Simulationen von analogem Equipment praktizieren. Wenn diese Funktion richtig eingesetzt wird, kann sie das ursprüngliche Signal klanglich sehr schön aufwerten. Hört euch das ruhig mal in meinen Soundbeispielen an.

Der Feed Forward-Modus erzeugt eine ganz andere Art von Kompression in ein und demselben Plugin. Manchmal funktioniert Feedback besser, dann wieder kann der Feed Forward-Modus mit seiner frischen Art punkten... wobei der A/B-Vergleich immer ganz einfach mit nur einem Mausklick zu bewerkstelligen ist. Wenn man sich zum Beispiel einmal die akustische Gitarre bei den Soundbeispielen zu Gemüte führt, wird der Unterschied sehr schön deutlich. Die Clips sind so abgeglichen, dass die Pegel in gleichem Maße reduziert werden, wobei Attack und Release nicht verändert werden. Bei der akustischen Gitarre hört man die Kompression im Feed Forward-Modus stark heraus, was mir nicht so gut gefällt. Im Feedback-Modus funktioniert es hingegen perfekt. Dabei sollte allerdings nicht ungesagt bleiben, dass ich den Klang auch im Feed Forward-Modus deutlich besser hinbekommen würde, wenn ich dafür die Zeitkonstanten entsprechend anpassen würde. Das habe ich bei meinen Soundbeispielen extra nicht gemacht, um die Unterschiede deutlich aufzeigen zu können.

Die umfassenden Möglichkeiten des Sidechains dieses Kompressors kann man leicht übersehen. Gestern hat mich die Einsicht wie ein Zug überrollt, wie mächtig des Sidechain des alpha compressors tatsächlich ist. Tatsächlich ist mir das erst so richtig während einer komplexeren Mastering-Session aufgefallen. Durch den Einsatz des Sidechain-Filters konnte ich die Peaks in den höheren Frequenzen erfolgreich in Schach halten, während der Bass seinen Groove behielt und die Kick immer noch mit vollem Punch rüberkam. Ohne das SC-Filter verloren die tieferen Frequenzen ihren Fokus durch die Kompression, während die Bässe mit dem Filter genau richtig blieben und die Mitten und Höhen gleichzeitig besser in den Mix eingefügt werden konnten. Wieder einer dieser Momente, in denen mir ganz klar vor Augen stand, was für ein mächtiges Werkzeug der alpha compressor tatsächlich ist. Alleine die Kombination des Sidechains mit der integrierten M/S-Matrix eröffnet unendliche Möglichkeiten. Nur ein Beispiel: Auf diese Weise lassen sich die Mittenanteile einer nach links und rechts gepannten elektrischen Gitarre komprimieren, wobei alles andere dabei mehr oder weniger unberührt bleibt – und zwar auf einem normalen Stereo-Track. Erstaunlich!

Sound Clips
Zunächst hatte ich geplant, neues Material für meine Sound Clips zu verwenden. Dann aber habe ich mich dahin gehend umentschieden, die gleichen Samples wie für meinen mpressor-Testbericht im November 2009 zu verwenden. Normalerweise vergleiche ich ausschließlich mit den in Logic Studio mitgelieferten Plugins, weil das für viele Leute einfach nachzuvollziehen ist. Da aber nun mal beide plugins von der gleichen Firma stammen und für einige User eventuell die Entscheidung für das eine oder das andere Plugin ansteht, macht die Ausnahme in meinen Augen eine Menge Sinn.

Fazit
Von allen Kompressoren, die ich bisher jemals getestet habe, ist dieser ganz klar der flexibelste, ohne dabei durch ein übertrieben komplexes User Interface abzuschrecken. Es ist einfach, so ziemlich jedes Material damit gut klingen zu lassen. Vielleicht liegt das an der enormen Transparenz, die dieser Kompressor an den Tag legt, gepaart mit der Möglichkeit, bei Bedarf ein bisschen Farbe auf Knopfdruck hinzuzufügen. Der Kompressor lässt sich auch in Extrembereichen nicht aus dem Tritt bringen, wobei 2,4:1 ohnehin nicht zu aggressiv ausgelegt ist.

Es handelt sich um eine wirklich solide und stabile Software, die in den zwei Monaten, die ich sie nun nutze, nicht ein einziges Mal abgestürzt ist. Die Art und Weise, wie hier eine Hardware mit einer gut gemachten Benutzeroberfläche umgesetzt wird, gefällt mir weitaus besser als die meisten mit den gängigen DAWs ausgelieferten Plugins. Natürlich handelt es sich hier nicht um Freeware, aber bei der gebotenen Klangqualität und dem Detailreichtum dieses Plugins geht der Preis dafür völlig in Ordnung. Wenn ihr mich fragt, eins der besten verfügbaren Plugins überhaupt.

Auf der Suche nach dem klebrigen Sound dunkler Schokolade? Weiter umsehen. Auf der Suche nach einem flexiblen Arbeitstier? Genau richtig.