von Fritz Fey
Studio Magazin (Deutschland) – Oktober 2011
Kompressoren gibt es bekanntermaßen wie Sand am Meer, sowohl analog als auch digital, als Hard- oder Software – und die meisten machen ihren Job auch sehr ordentlich. Wenn sich herausragende Entwicklungen vom Mainstream unterscheiden, liegt das meist in der Person des Entwicklers, seiner Kreativität und der Vorstellungskraft für praktische Anwendungen begründet.
Die Forderungen an einen Kompressor können sehr unterschiedlich sein, von den sprichwörtlich subtilen Eingriffen im Rahmen eines Mastering-Prozesses, über die Herstellung der Konsistenz eines Programms oder einer Audiogruppe bis hin zum drastischen Eingriff in den Hüllkurvenverlauf von Einzelsignalen.
Dies alles sind gestalterische Aufgaben, jedoch ist die eigentliche Bestimmung des Kompressors, den Dynamikbereich zu beschränken, um auf der Wiedergabeseite ‚hörbare‘ Ergebnisse angesichts verschiedener Rahmenbedingungen herzustellen – zum Beispiel im Wohnzimmer, im Kino, im Auto oder mit dem Kopfhörer.
Dass dies möglichst ohne erkennbare Regelartefakte vonstatten gehen sollte, muss nicht ausdrücklich erwähnt werden. Viele Entwicklungen sind von vornherein auf Fähigkeiten der Schaltung ausgerichtet, in einer speziellen Disziplin besonders effektiv zu sein, vom Effektkompressor über den Bus- oder Summen-Kompressor bis hin zum Mastering- oder ‚Vintage‘-Kompressor oder zu Sonderformen wie einem Multiband-Sendeprozessor.
Kaum einer tritt mit einem möglichst universellen Anspruch an und leitet daraus seine Verkaufsargumente ab. Heutzutage ist aber gerade der universelle Einsatz eines Gerätes ein Grund, es zu kaufen, wenn knappe Budgets den Käufer zwingen, jeden Euro zweimal umzudrehen. Je öfter und je vielseitiger ich ein Gerät einsetzen kann, desto häufiger wird es irgendwo in der Produktionskette zu finden sein und sich als lohnende Investition empfehlen. Dies gilt in besonderem Maße für analoge Geräte, die nicht den Vorteil mehrerer Plug-In-Instanzen zu bieten haben.
Die Idee hinter dem xpressor ist laut Hersteller ein Gerät, welches das Prädikat ‚Made in Germany‘ verdient und einen breiten Anwendungsbereich abdecken kann. Erfreulicherweise haben dabei sehr viele spezielle Funktionen in das neue Gerät Einzug halten dürfen, kurz gesagt, ein ‚Best of elysia Compression‘ für wenig Geld. Konzeptionell ähnelt der xpressor in mancher Hinsicht seinem großen Bruder, dem alpha compressor.
Viele existierende Schaltungsdetails wurden mit anderen Bauteilen umgesetzt, wie zum Beispiel das Verstärkerdesign, und auch das Regelverhalten trägt in wesentlichen Zügen die Signatur des alpha. Der xpressor ist ein komplett diskretes Class-A-Design ohne ICs im Signalweg. Das klingt zunächst einmal teuer, muss es aber nicht sein, denn sehr hochwertige Operationsverstärker, die dem klanglichen Anspruch des Entwicklers genügen könnten, kosten mehr als ein diskreter Aufbau aus eigener Entwicklung.
Wo kann man außerdem konkret ansetzen, um den Preis so deutlich nach unten zu korrigieren? Rein äußerlich fängt es bei der Beschaffung der Aluminium-Reglerknöpfe von einem Fernost-Zulieferer an, die in puncto Qualität jedem Vergleich standhalten. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist der Einsatz preiswerterer Potentiometer, ohne dass die Signalqualität darunter zu leiden hätte. Dies gelingt mit einem schaltungstechnischen ‚Kniff‘, über den Sie gleich noch etwas mehr erfahren werden.
Der Entwickler Ruben Tilgner hat es außerdem geschafft, die Ein- und Ausgangssymmetrierung auf sehr hohem Niveau ohne Übertrager zu realisieren. Auch hieraus sind erhebliche Einsparmöglichkeiten zu schöpfen gewesen, die der Hersteller an seine Kunden weitergegeben hat. SMD-Baugruppen sind mittlerweile extrem zuverlässig mit geringster Ausfallquote und obwohl die miniaturisierten Bauteile in audiophilen Kreisen eher mit einem Stirnrunzeln betrachtet werden, lässt sich bei entsprechender Auswahl auch hier exzellente Audioqualität realisieren.
Die Schleiferbahnen der verwendeten Audio-Potentiometer führen, um dieses Thema noch ein wenig zu vertiefen, kein Audiosignal, sondern regeln die Steuerspanung für die eingesetzten spannungsgesteuerten Verstärker. Die VCAs sind keine Regalware, sondern diskret als Array mit sechzehn Transistoren aufgebaut, sprich, eine eigene Entwicklung, die auf klangliche Transparenz hin optimiert wurde und außerdem einen ausgezeichneten Stereogleichlauf ermöglicht.
Überblick
Der xpressor wohnt in einem 19-Zoll-1-HE-Gehäuse mit eigenem Netzteil und ist funktional identisch mit der Gerätevariante für das API-500-Racksystem. Das Stereogerät bietet einen gemeinsamen Reglersatz für beide Kanäle, kann also nicht sinnvoll im unabhängigen Zweikanalbetrieb eingesetzt werden, selbstverständlich aber als Monokompressor mit einem leerlaufenden Kanal.
Zur Stereoverkopplung dient ein monosummiertes Steuersignal, so dass im Seitensignal auftretende, starke Amplituden nicht zu Pumpeffekten im anderen Kanal oder zu Verschiebungen der Phantommitte führen. Die blaue Aluminiumfrontplatte ist mit acht Reglern und vier Druckschaltern mit LED-Rückmeldung bestückt. In der Mitte leuchtet das elysia-Logo als Betriebsanzeige, rechts daneben befindet sich ein LED-Meter für die Anzeige der Verstärkungsminderung mit einer Melde-LED für den Gain Reduction Limiter.
Die Regler auf der linken Seite dienen der Einstellung des Arbeitspunktes, der Zeitkonstanten für Ansprech- und Rückstellzeit (Attack und Release) und des Kompressionsverhältnisses (Ratio). Die Ansprechzeit ist im Bereich von 5 bis 120 ms regelbar, die Rückstellzeit von 25 bis 1.300 ms. Kompressionsverhältnisse können von 1:1 bis 1:unendlich eingestellt werden (Begrenzer), zusätzlich stehen negative Ratiowerte für besondere Dynamikverläufe zur Verfügung.
Die vier kleinen Druckschalter in der Gerätemitte haben folgende Funktionen: Bypass (LED-Meter bleibt aktiv), Warm Mode (ein Slew Rate Limiter, der die Anstiegsgeschwindigkeit der Ausgangsstufen verlangsamt, in Kombination mit einer fest eingestellten EQ-Kurve; siehe Messtechnik), Log Release (Umschaltung der Release-Kennlinie von linear auf logarithmisch) und Auto Fast (programmadaptive Steuerung der Ansprechzeit).
Weiter geht es auf der rechten Seite mit dem Regler für einen stufenlosen Hochpass im Regelkreis des Kompressors bis 1 kHz, um ihn für tieffrequente Signalanteile beziehungsweise seinen Einstellbereich unempfindlich zu machen, einem Regler für die Begrenzung der Steuerspannung (Gain Reduction Limiter, mit gelber LED im Gain Reduction Meter angezeigt), einem Regler für die Aufholverstärkung und einem Mix-Regler für Original- und komprimiertes Signal (Parallel-Kompression).
Die Rückseite gibt einen Überblick über die Anschlussmöglichkeiten. Neben den Audio-Ein- und Ausgängen für beide Kanäle in XLR- und Stereoklinken-Ausführung finden wir hier noch ein weiteres Extra in Form eines Send und Return für die Sidechain des Kompressors, mit EXT 1 (Sidechain Return) und EXT 2 (Sidechain Send) bezeichnet. Dort kann zum Beispiel ein externer Equalizer eingeschleift werden, um den Kompressor durch Anhebung oder Absenkung gezielter Frequenzbereiche in seinem Regelverhalten empfindlich oder unempfindlich zu machen. Mit einem Peak im Bereich oberer Mitten lässt sich auf diese Weise beispielsweise ein De-Esser im schnellen Limiter-Betrieb bauen.
Messtechnik
Der xpressor belegte bei unseren messtechnischen Untersuchungen eindrucksvoll, dass moderne Analogtechnik heute auch mit begrenzten Budgets ausgezeichnete technische Leistungsdaten liefern kann.
Der maximale Ein- und Ausgangspegel liegt bei +21 dBu; in Unity Gain-Position verstärkt das Gerät minimal um etwa +0,2 dB. Die Diagramme 1 und 2 zeigen die Pegel- und Phasenfrequenzgänge im Normal- und Warm-Modus, wobei ersterer durch einen besonders neutralen Phasenverlauf bis hin zu tiefsten Frequenzen auffällt.
Im Warm-Modus stellt sich unterhalb von etwa 2 kHz eine sehr breitbandige Anhebung um etwas mehr als 1 dB ein. Das Ausgangsrauschen lag bei -89,2 dBu RMS effektiv unbewertet (22 Hz bis 22 kHz); daraus ergibt sich eine komfortable Gesamtdynamik von etwa 110 dB. Die Quasipeak-Messung mit CCIR-Filter ergab -78,7 dBu. Das in Diagramm 3 gezeigte FFT-Rauschspektrum ist völlig störungsfrei; die in Diagramm 4 gezeigte Unsymmetriedämpfung geht ebenfalls in Ordnung.
Diagramm 5 zeigt die große Bandbreite einstellbarer Kennlinienverläufe bis hin zu negativen Ratios; Diagramm 6 dokumentiert die Wirkungsweise des Gain Reduction Limiters bei verschiedenen Einstellungen. Diagramm 7 zeigt das Klirrverhalten des Kompressors bei +10 dBu Eingangspegel. Der Pegelgleichlauf zwischen beiden Kanälen bei aktiver Kompression war perfekt; Abweichungen waren kaum messbar.
Praxis und Hören
Wenn man sich für einen Kompressor interessiert, muss man sich vorher sehr genau überlegen, welches Ziel man verfolgen will. Ist die Aufgabe eine besondere klangliche Signatur, die sich bereits ohne Regelvorgänge einstellt? Will man besonders unauffällig regeln können? Braucht man ein vollständig transparentes, klanglich neutrales Gerät? Möchte man spezielle Effekte erzielen? Möchte man sehr schnell zu Ergebnissen kommen? Besteht der Wunsch für Sonderformen wie De-Esser oder tiefenunempfindliches Regeln? Möchte man einfaches Leveling realisieren können?
Der xpressor macht Ihnen die Entscheidung leicht, denn er kann all die beschriebenen Ziele umsetzen, zu einem Preis, der einem wirklich die Schuhe auszieht. Wenn man die Sonderfunktionen des Gerätes einmal außer Acht lässt, hat man zunächst einen sehr präzise und unauffällig regelnden Kompressor, der die wesentliche Aufgabe einer Dynamikbegrenzung übernimmt.
In der Praxis fällt unmittelbar auf, wie gut der xpressor auf Einstellungen reagiert. Er verhält sich sozusagen wie ein Lehrstück der Dynamikbearbeitung. Jede Einstellung liefert das erwartete Ergebnis mit hoher Präzision. Möchte man Transienten verrunden, wählt man eine schnelle Zeitkonstante und sucht sich die zur Hüllkurve passende Rückstellzeit aus. Das funktioniert bei Einzelsignalen genauso gut wie bei komplexen Programmen. Möchte man die Transienten bewahren und eine höhere Signaldichte erzielen, wählt man eine längere Ansprechzeit und eine entsprechend kürzere Rückstellzeit. Bis jetzt habe ich noch keine einzige der Sonderfunktionen in Anspruch genommen.
Klanglich ist der xpressor vollständig neutral und transparent. Das bearbeitete Signal bewahrt seine tonale Struktur ohne irgendwelche Einbußen. Beschäftigen wir uns also zu-nächst mit den Beeinflussungsmöglichkeiten auf der Zeitebene. Mit ‚Auto Fast‘ ist eine programmadaptive Steuerung der Ansprechzeit möglich, die ein sehr schnelles, unkompliziertes Arbeiten ermöglicht.
Die Ansprechzeit arbeitet dank ‚Auto Fast‘ nicht mehr statisch, sondern passt sich den angebotenen Signalstrukturen an. Bei schnellen oder starken Impulsen wird die Ansprechzeit automatisch auf den schnellstmöglichen Wert reduziert und fällt anschließend auf den manuell eingestellten Wert zurück, wenn sich die Hüllkurve ‚beruhigt‘. Man arbeitet also mit zwei Zeitkonstanten, die sich der Signalstruktur entsprechend gegenseitig abwechseln. Auf diese Weise ist der Kompressor bei Bedarf schnell genug, erzeugt aber dennoch keine Artefakte. Signalspitzen werden aber in jedem Fall abgefangen, so dass in dieser Betriebsart Transienten nicht ‚gestaltet‘ werden können.
Auf der Gegenseite, dem Rückstellverhalten, hat man mit ‚Log Release‘ die Wahl zwischen einem linearen oder einem logarithmischen Regelverhalten über die Zeit. Bei einer logarithmischen Kennlinie werden die Rückstellzeiten kürzer, wenn die Reduktion des Pegels hoch ist. Bei transientenhaften Signalen, wie etwa Perkussion oder Schlagzeug, ist die Rückstellzeit kurz, bei energetisch gleichförmigen Signalen ist sie lang. Dieses Verhalten trägt zu extrem unauffälligen Regelvorgängen bei und bietet sich daher für die Bearbeitung von Summensignalen oder sehr komplexen Einzelsignalen an.
Ein Versuch mit einer sehr perkussiv gespielten Akustikgitarre verdeutlichte, wie ‚intelligent‘ die Regelsteuerung zu Werke geht. Herausspringende Saitengeräusche werden mit ‚Auto Fast‘ sicher abgefangen und durch den logarithmischen Kurvenverlauf schnell ausgeregelt, starke Tonalität behält ihre Konsistenz und rückt in den Vordergrund. Das Ergebnis ist eine sehr dicht anmutende Gitarre mit starker Präsenz. Ähnlich funktioniert dieses Prinzip auch bei Summensignalen oder fertigen Mischungen. Hier würde man jedoch vielleicht ‚Auto Fast‘ abschalten wollen, um die Transienten des Programms zu bewahren.
Möchte man einem Signal eine Art von ‚Vintage-Anmutung‘ verleihen, aktiviert man den Warm-Modus. Dieser verrundet oder verlangsamt die Transienten im Ausgang und verlagert den Fokus auf untere Mitten und Tiefen mit moderatem Klirr als Ergänzung des harmonischen Spektrums im Bereich der Höhen. Da dieser Eingriff nach der Dynamikbearbeitung angelegt ist, stehen dem Anwender zusätzlich alle Möglichkeiten des Kompressors zur Verfügung, das Signal unterstützend zu gestalten und natürlich auch die Sonderfunktionen des zeitlichen Verhaltens dabei einzusetzen.
Auch auf der Seite ‚abgefahrener‘ Effekte hat der xpressor durch seine negativen Ratiowerte ein spannendes ‚Spielzeug‘ zu bieten. Die Ratio drückt mit ihrem Zahlenwert das Pegelverhältnis von Eingang zu Ausgang aus. Bei einem Kompressionsverhältnis von 10:1 bewirkt ein Pegelanstieg von 10 dB im Eingang einen Ausgangspegel von einem dB.
Legt man dieser Rechnung negative Verhältnisse zugrunde, zum Beispiel -2:1, wird der Pegel im Verhältnis unter den eingestellten Arbeitspunkt abfallen, das heißt, die Kennlinie knickt vom Arbeitspunkt an nach unten ab und bleibt nicht wie bei einem Begrenzer eine theoretische Waagerechte. Grafisch dargestellt ist dieser Effekt im Abschnitt ‚Messtechnik‘. Das klangliche Ergebnis verbal zu beschreiben, ist nicht einfach. Am besten, man stellt sich einen ‚Ducking‘- oder ‚Rückwärts‘-Effekt vor. Die Hüllkurve wird dabei extrem verformt und ‚auf den Kopf‘ gestellt.
Ein besonderer Leckerbissen im Zusammenhang mit allen Regelvorgängen des xpressors ist der Gain Reduction Limiter GRL. Dieser ist kein Begrenzer, der im Audioweg arbeitet, sondern er begrenzt die Steuerspannung auf einen stufenlos einstellbaren Wert. Im Prinzip ermöglicht dies einen zweiten Arbeitspunkt, ab dem das Signal nicht weiter bearbeitet wird. Hochpegelige Signalanteile oberhalb dieses Arbeitspunktes behalten so ihre ursprüngliche Form, während alles darunter nach den eingestellten Regeln behandelt wird. Das hat den Vorteil, dass bei hohen Kompressionsraten zwar eine hohe Signaldichte erzeugt werden kann, jedoch die Dynamik der Transienten erhalten bleibt. Ein sehr interessanter Effekt, da extreme Einstellungen, zum Beispiel auch negative Ratiowerte, auf ein erwünschtes, realistisches Maß zurückgeführt werden können.
In Verbindung mit dem Mischregler für eine Parallelkompression entstehen weitere Perspektiven für eine kreative Signalbearbeitung. Ich habe zum Beispiel ein Schlagzeug so brutal komprimiert, dass es wie ein Raummikrofon klang, da hierbei Direkt- und Diffusschall in ein völlig anderes Verhältnis gesetzt werden. Mit dem Mischregler, mit dem man das unbearbeitete Eingangs- und das bearbeitete Ausgangssignal mischen oder überblenden kann, ist es nun möglich, den Anteil des Raums in gewünschter Größenordnung hörbar zu machen.
Eine sehr spannende Möglichkeit, Signaldichte ohne Beeinträchtigung der Originaldynamik zu erzeugen, in meinem Beispiel unter Zuhilfenahme des integrierten Sidechain-Hochpasses, der eine Fokussierung auf Raumanteile im oberen Frequenzspektrum erlaubte. Der externe Sidechain-Zugriff wird landläufig immer mit dem Anschluss eines Equalizers in Verbindung gebracht. Man kann jedoch nicht nur eine spektrale, sondern auch eine dynamische Abhängigkeit des Kompressors erreichen, in dem man ein Audiosignal einspeist, dass eine dynamische Bewegung des gesamten, durch den Kompressor bearbeiteten Programms bewirkt oder dynamischen ‚Freiraum‘ für einzelne Instrumente oder Ereignisse schafft. Hier ist die eigene Vorstellungskraft die Grenze der Möglichkeiten.
Alle anderen Sonderfunktionen der Zeitkonstantensteuerung, des GRL oder der Parallelkompression stehen dabei natürlich uneingeschränkt zur Verfügung. Mit anderen Worten, der xpressor ist eine unglaublich vielseitige Maschine mit vielen Extras, bei gleichzeitig extrem hohem klanglichem und technischem Qualitätsniveau. Um nicht nur von extremen Effekten zu sprechen, ist dieses Gerät ein erstklassiger Dynamikprozessor, der neutral, transparent und, wenn man will, besonders unauffällig zu Werke geht.
Er bietet sich daher, auch aufgrund seiner exzellenten messtechnischen Werte, selbst für Mastering-Aufgaben an. Als Summen- oder Bus-Kompressor oder als Bearbeitungsinstanz für Einzelsignale verfügt er über alle Spielarten, die man sich im Zusammenhang mit der Dynamikbearbeitung vorstellen kann – und dank seiner wirklich kreativen Konzeption zeigt er seinem Anwender, was darüber hinaus noch möglich ist.
Fazit
Die Überschrift ‚Volkskompressor‘ ist keinesfalls ein Hinweis auf ein mittelmäßiges Standardgerät, das brav seinen Dienst verrichtet. Vielmehr dokumentiert dies seine Einsatzmöglichkeiten im Rahmen eines extrem breiten Anwendungsspektrums von der Standardsituation bis zu brutalen oder absurden Effekten, immer auf hohem klanglichem und technischem Niveau mit einer auffälligen Signaltransparenz und Neutralität.
Wenn ich Ihnen nun sage, dass dieser ‚Zauberkasten‘ für 990 Euro plus Steuer über den Ladentisch geht, werden Sie mir meine überschwängliche Bewertung vielleicht nicht mehr abnehmen. Ich konnte den Preis selbst kaum glauben. Der xpressor erfüllt die Anforderungen an einen professionellen Einsatz in jedem einzelnen Punkt und schlägt deutliche teurere Mitbewerber mit Leichtigkeit aus dem Feld, auch und im Besonderen dank seiner ausgezeichneten technischen Daten.
Mit einem solch günstigen Preis erweitert sich natürlich der Kreis der Anwender bis in den Homerecording-Bereich hinein, professionelle Technik auf einem bezahlbaren Niveau einsetzen zu können. Die noch um paar hundert Euro günstigere API-500-Variante setzt diesem Konzept zusätzlich eine Krone auf. Für so wenig Geld hat es im Bereich der Dynamikbearbeitung noch nie so hochwertige Technik mit einem derartig kreativen Konzept gegeben.
‚Best of elysia‘? Gar keine Frage! Ich breite symbolisch meinen Gebetsteppich aus und verneige mich gen Nettetal, dem neuen Mekka der analogen Dynamikbearbeitung. Das haben die beiden Jungs von elysia mit ihrem neuesten Werk wirklich verdient. Sie kennen mich und wissen, dass ich hier keinen ferngesteuerten Blödsinn von mir gebe. Der xpressor definiert eine neue Preis/Leistungsklasse, die derzeit noch Ihresgleichen sucht…