Mix Foundation 10/2008
Hillel Resner/Karen Dunn: „24th Annual Technical Excellence and Creativity Awards - der mpressor von elysia wird in der Kategorie für herausragende technische Leistung in der Kategorie Hardware-Signalprozessoren nominiert. Dies erfolgt durch die Mix Foundation in Anerkennung einer exzellenten Leistung innerhalb der professionellen Audioindustrie.“
> TEC Award Nominees 2008
Sound On Sound 08/2008
Paul White: „Der mpressor ist einer der flexibelsten Kompressoren, die mir jemals untergekommen sind. Die verzerrungsarme und ultra-transparente Schaltung eignet sich perfekt für Mastering und Mixing im traditionellen Sinne, während die Waffenschein-pflichtigen Extras sich als unbezahlbar für das Aufpeppen von Drums oder Bass erweisen – und überhaupt von allem, was man mit einer gehörigen Portion Energie versehen will.“
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Réalisason 04/2008
Frank Ernould: „Moderate Einstellungen machen aus dem mpressor einen gutmütigen, effizienten und transparenten Kompressor, der in der Lage ist, auch die wildesten Signale unauffällig zu zähmen. Treibt man es aber weiter […], hat man im Handumdrehen das im mpressor steckende Biest geweckt.“
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Audio Media 03/2008
Simon Tillbrook: „Der mpressor von elysia hat mir wirklich die Augen geöffnet. Er ist weit mehr als ein Kompressor mit ein paar cleveren Einfällen, vielmehr handelt es sich um einen klanglich überwältigendes und enorm kreatives Gerät. Je mehr Zeit man mit dem mpressor verbringt, desto größer wird diese Einsicht – und damit auch der Unwille, ihn jemals wieder abzugeben.“
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Recording Magazin 03/2008
Stephan Kirschner: „Der mpressor gibt in der Studioarbeit einen kreativen Schub und lädt zum experimentieren ein. […] Die Klangmöglichkeiten, die sich dann eröffnen, werden mit Sicherheit vom experimentellen Elektro-Musiker bis hin zum klassischen Rock-Tontechniker alle begeistern“.
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Sound & Recording 02/2008
Hannes Bieger: „Wer sich für einen 'modernen' Allround-Kompressor interessiert, der ganz nebenbei noch zum kreativen Soundmonster werden kann, der ist hier an der richtigen Adresse. Klanglich deckt der mpressor nicht nur die 'Standards' ab, als Lautmacher brilliert er sogar – und dazu ist er für spektakuläre Effekte gut, die bis dato teilweise 'unerhört' waren.“
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Studio Magazin 01/2008
Fritz Fey: „Mit dem mpressor ist […] eine wirklich einmalige Entwicklung gelungen, die die Grenzen herkömmlicher Gerätekonzepte bei weitem übertrifft. Das gesamte Schaltungskonzept ist ein echtes Original. Ob als Tracking- oder Bus-Kompressor, vielleicht sogar im Bereich des Mastering – der mpressor kann in allen Bereichen seine Trümpfe ausspielen. Hut ab!“
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Tape Op 01/2008
Joel Hamilton: „Ich kann den mpressor nicht hoch genug loben. Er weist den Weg in die Zukunft der Kompression, und ich bin mir nicht mal sicher, dass selbst in fünfzig Jahren ein anderer komplett analoger Kompressor erscheinen wird, der all die erstaunlichen Dinge tun kann, die der mpressor drauf hat.“
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Amazona.de 12/2007
Hagen Fin: „Klanglich steht der mpressor als analoges Gerät in krassem Gegensatz zu cleanen digitalen Kompressoren. Beim mpressor springen einem die analogen Beziehungen zwischen Amplitudenmodulation und THD geradezu ins Gesicht, was unterm Strich einfach viel lebendiger klingt als eine digitale Emulation. Außergewöhnlich!!! Absolute Kaufempfehlung.“
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von Michael Nötges
Professional Audio (Deutschland) – November 2007
Der mpressor von elysia hält selbst heftigste Signale im Zaum. Aber wer zügelt das extrovertierte Sound-Monster, wenn es einmal wieder über sich hinauswächst?
Dominik Klaßen und Ruben Tilgner sind viel unterwegs. Grund: Ihre Pro-Audio-Manufaktur mit dem epischen Namen elysia fordert den ganzen Mann. 2005 hatten Tilgner, unter anderem für die Entwicklung des fast schon legendären Transient Designers oder der Gain Station (Test 6/2006) von SPL verantwortlich, und Klaßen, dessen Expertise sich vor allem auf die Bereiche Marketing, Kommunikation und Design fixiert, den Mut ihren eigenen Weg zu gehen. Dieser beginnt im nordrheinwestfälischen Nettetal, nahe der niederländischen Grenze mit der Konzeption und Fertigung des alpha compressors, eines sehr clean klingenden Gerätes, das vor allem für den Masteringprozess gedacht ist. Seit dem Produkt-Launch im Jahre 2006 tingelten die beiden Jungunternehmer nun unermüdlichen um die halbe Welt und präsentierten ihr Erstlingswerk unter eigener Regie interessierten Fachleuten.
Kaum ebbte der Rummel um den alpha compressor ein wenig ab, stand auf der diesjährigen Prolight & Sound der nächste, viel versprechende elysia-Prototyp Gewehr bei Fuß – der mpressor. Der eher auf profundes Sound-Design getrimmte zweikanalige Kompressor ist mit diskret aufgebauten, stromgegengekoppelten Verstärker-Stufen in Class-A-Design bestückt, verfügt zusätzlich über ein klassisch aufgebautes Netzteil mit Trafo, aufwändiger thermischer Kontrolle kritischer Bauteile und temperaturkompensierte Transconductance Amplifier. Er richtet sich an kreative Dynamik-Profis, die mit Hilfe der zahlreichen innovativen Sonderfeatures auf der Suche nach druckvollen und abgedrehten Sounds, charaktervollen Klangfärbungen und lebendigen Kompressionen sind. Das erklärte Ziel von elysia ist dabei, ein zeitgemäßes Instrument mit höchstem klanglichem Anspruch für die inspirierende und praxistaugliche Dynamikbearbeitung anzubieten.
Der mpressor von elysia kostet gute 4.100 Euro und lässt dem kreativen Soundtüftler bereits beim Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der Lack ist noch nicht ganz trocken, als uns Klaßen, ein halbes Jahr nach der Prototypen-Schau auf der Frankfurter Musikmesse, eines der ersten Seriengeräte persönlich zum Test überreicht. „Die eigentliche Entwicklung hat zirka ein Jahr gedauert“, erklärt der elysianer, „wobei die Entwicklung des Prototyps sechs Monate und das anschließende Feintuning ein weiteres halbes Jahr gedauert hat“. Um die Schaltung klanglich zu perfektionieren musste er einzelne Bauteile austauschen, erklärt Tilgner. „Dabei war es immer wieder erstaunlich, welchen Einfluss einzelne Widerstände oder Kondensatoren auf den Klang nehmen“, so der Tüftler weiter, und Klaßen fügt hinzu: „Bei uns geht alles übers Gehör. Letztendlich sitzen wir nicht mit Messgeräten bei der Endkontrolle, sondern mit unseren Ohren.“
Die elysianer haben offensichtlich aber auch Augen im Kopf, denn das moderne Design des acht Kilo wiegenden Sound-Brocken kann sich sehen lassen. Der Look ist edel, hat einen ganz eigenen Stil und ist nicht, wie viele neue Analoggeräte, an längst vergangenen Trends orientiert, um ein nostalgische Vintage-Gefühl herauf zu beschwören – koste es, was es wolle. „Wir haben 2007“, sagt Klaßen „und nicht 1960, also sollen unsere Produkte auch dementsprechend aussehen.“ Ins Auge fällt sofort die schicke Pulverbeschichtung, die ganz nebenbei auch noch unempfindlicher als Eloxierungen oder Lackierungen ist. Die genaue Bezeichnung der kratzerresistenten Beschichtung ist sparkling iron, zu Deutsch: grau glitzernd. Streng spiegelsymmetrisch gibt sich die Frontplatte, dessen blau abgesetzte Kanalbereiche an das Kühlergrill-Design klassischer Sportwagen erinnern.
In der Mitte prangt das durch eine milchige Glasscheibe hinterleuchtete runde Firmen-Logo, flankiert von zwei LED-Ketten. Die überlegte Anordnung der acht Aluminium-Dreh-Regler pro Kanal ermöglicht komfortables Bedienen. Die gekapselten Leitplastik-Potentiometer sollen, laut Tilgner, langlebiger sein als herkömmliche Potis, also auch nach Jahren kein Kratzen oder andere Geräuschartefakte erzeugen und außerdem grundsätzlich besser klingen. Die schwarzen Tast-Schalter mit sauberem Druckpunkt sind im aktiven Zustand so hinterleuchtet, dass, wie bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis, nur ein schmaler Lichtkranz zu sehen ist. Das gewährleistet auch in dunklen Umgebungen sichere Kontrolle aller Funktionen. Der Hersteller hat auch hier kompromisslose Arbeit geleistet: Für die Schaltfunktionen des mpressors sind ausschließlich gekapselte Relais verantwortlich. Diese sind auf der Platine außerdem so platziert, dass die Signalwege möglichst kurz gehalten werden können. „Es gibt keine Audio-Kabel“, verspricht Klaßen.
„Wenn du es vernünftig machen willst, mach’ es diskret.“
Das wollen wir mit eigenen Augen sehen und rücken dem Designerstück mit dem Gerät mit einem Schraubendreher zu Leibe. Selten hat sich das Öffnen eines Pro-Audio-Boliden so gelohnt wie in diesem Fall. Auffällig ist die Stringenz der Symmetrie. Selbst das Flachbandkabel für die LED-Anzeige verläuft exakt in der Mitte des Gerätes. Audio- und Sidechain-Platine sind im vorderen Teil übereinander angebracht und vom diskret aufgebauten Netzteil, das fast die Hälfte des Gerätes einnimmt, durch eine Querverstrebung abgeschirmt. Der überdimensionale Ringkerntrafo, die WIMA-Kondensatoren und der kupferne T12-Heater zeugen von einer hochwertigen und durchdachten Konstruktion. Steckverbindungen fixieren die Platinen an ihrem Platz. „Das macht es auch beim Service leicht“, erklärt Tilgner „die Module sind mit einem Handgriff ausgetauscht.“
Und tatsächlich: Die einzigen Kabel, die zu sehen sind, dienen der Stromversorgung. Rückseitig finden sich sechs XLR-Anschlüsse: je zwei symmetrische Ein- und Ausgänge, sowie einen externen Sidechain pro Kanal. Gut lesbar und in der Praxis hilfreich sind die Pin-Belegungen für den symmetrischen und unsymmetrischen Betrieb über den jeweiligen Buchsen skizziert. Ist der externe Sidechain aktiviert, steuert ein externes Signal die Kompression des mpressors anstelle des eigentlichen Eingangssignals. Auf diesem Weg ist sowohl frequenzabhängiges Komprimieren (De-Essing) oder auch das Triggern durch externe Signale möglich, so dass die Kompression beispielsweise der eingeschleiften Bass-Drum folgt. Die Sidechain-Eingänge sind mit einem Hochpassfilter (80 Hertz, sechs Dezibel pro Oktave) versehen, damit die tiefen Frequenzen keinen zu großen Einfluss auf die Kompressionssteuerung haben.
Der Link-Button koppelt die beiden Kanäle für den Stereobetrieb. Der linke Kanal führt dann den rechten und überträgt an ihn seine eigenen Kompressor- und Limitereinstellungen. Equalizer- und Gain-Regler dagegen bleiben immer eigenständig. Deshalb sollte bei der Bearbeitung von Stereosignalen in beiden Kanäle auf identische Reglerpositionen der kontinuierlich verstellbaren Potentiometer geachtet werden. Der mpressor verfügt über einen Hardwire-Bypass für beide Kanäle – das Eingangssignal wird direkt auf den Ausgang geschaltet – und ermöglicht damit direkte A/B-Vergleiche, um die vorgenommenen Einstellungen und deren Auswirkungen zu kontrollieren. Das ist im hektischen Profi-Alltag ein überaus praktisches und fast schon obligatorisches Feature.
Ebenso praxisgerecht sind die beiden LED-Ketten zur komfortablen Gain-Reduction-Kontrolle. Durch eine spezielle Beschaltung sind die einzelnen LEDs in der Lage, stufenlose Zwischenwerte durch fließende Helligkeitsveränderungen darzustellen. Damit vereint elysia die Vorteile analoger VU-Meter (stufenloser Anzeigeweg) mit denen schneller, präziser LED-Anzeigen. Das Ergebnis ist: Man sieht was man hört. Wünschenswert wäre eine Umschaltfunktion, um auch Eingangs- beziehungsweise Ausgangspegel zu überwachen und unliebsame Übersteuerungen vermeiden zu können. Das Kompressormodul arbeitet durchweg mit einer Hard-Knee-Charakteristik (siehe Kurve) und außerdem im sogenannten Feed-Forward-Modus. Diese vorwärtsgekoppelte Schaltung misst sehr genau die Eingangsspannung, um aus dem gewonnenen Wert die optimale Steuerspannung für die Kompression zu generieren. Mit dieser aufwändigen Schaltung wird sozusagen vorausberechnet, was demnächst pegeltechnisch passieren wird, so dass sich auch negative Ratio-Werte und externes Sidechaining optimal realisieren lassen.
Die Aufholverstärkung des Kompressors findet bereits in der Eingangsstufe statt. Deswegen gibt es auch keinen separaten Ausgangsregler. Der mögliche Threshold liegt zwischen +16 und -18 Dezibel. Die Attack-Zeit variiert zwischen 0,01 und 150 Millisekunden und bietet damit sehr effektive Kompressionen auch schneller Transienten an. Die Release-Zeit kann zwischen fünf und 1200 Millisekunden eingestellt werden und deckt damit einen großen Bereich ab, der mitunter zu extremen Effekt-Kompressionen einlädt. Der Ratio-Regler ermöglicht zunächst das Einstellen herkömmlicher Kompressionsverhältnisse (1:1,2 bis 1:10). Doch das weit reichende Angebot des mpressors geht über die Standardfunktionen hinaus und bietet zusätzlich negative Ratios (1:-0,3 bis 1:-4). Diese bewirken, dass sehr laute Eingangssignale extrem leise wiedergegeben werden.
Der mpressor packt zu wie eine Raubkatze
Snare-Schläge oder andere sehr dynamische Signale werden beispielsweise durch diesen Kompressionseffekt heruntergezogen, während schwächere Impulse unberührt bleiben. Neben dem Gain-Regler, der den Pegel anhebt aber gleichzeitig dem Signal auch Obertöne hinzufügt, beeinflussen die Niveaufilter den Grundsound des mpressors. Ist das Equalizer-Modul aktiviert, wirken sich die Spezialfilter wie eine Waage auf den Frequenzgang aus: Ein Dreh-Regler bestimmt dabei die Centerfrequenz zwischen 26 Hertz und 2,2 Kilohertz, ein anderer die Amplitudenänderung. Ein Tastschalter verschiebt zusätzlich den Frequenzbereich um den Faktor zehn (260 Hertz bis 22 Kilohertz). Frequenzen zur Linken der Mittenfrequenz werden durch Drehen des EQ-Gain-Reglers gegen den Uhrzeigersinn um bis zu sechs Dezibel angehoben und der Bereich zur Rechten dementsprechend abgesenkt.
Im Uhrzeigersinn gedreht, kehren sich die Amplitudenänderungen um. In Stellung zwölf Uhr ist die Waage ausgeglichen, der Frequenzgang bleibt also unberührt. Ein Anheben tiefer Frequenzen bedeutet damit immer gleichzeitig auch das Dämpfen höherer. Das ist bei Weitem noch nicht alles. Der mpressor hat mit der Auto-Fast- und Anti-Log-Funktion, sowie dem GRL noch weitere interessante Spezialfeatures auf dem Kasten. Die Halb-Automation Auto Fast verkürzt automatisch die Attack-Zeit bei schnellen und lauten Signalimpulsen. Damit ist der Neuling gegen überraschende Dynamikveränderungen gewappnet, ohne generell eine extrem kurze Attack-Zeit zu benötigen, die eventuell sogar hörbare Verzerrungen erzeugt. So ist außerdem gewährleistet, dass sich auch plötzliche Pegelspitzen der Kompression nicht entziehen können, da in solchen Fällen die Auto Fast-Funktion blitzschnell zugreift. Danach arbeitet der Kompressor sofort wieder mit eingestellter Attack-Zeit und liegt quasi auf der Lauer, um den nächsten Peak souverän abzufangen.
Die Anti Log-Funktion ändert die Release-Charakteristik des mpressors. Für unauffällige Kompressionen eignen sich lineare oder logarithmische Verläufe der Release-Zeit. Folglich bedarf es antilogarithmischer Pendants, um auffällige und kreative Kompressionen zu erzeugen. Der Rücklauf geschieht in diesem Fall genau entgegengesetzt zur logarithmischen Kurve: die Release-Zeit ist erst einmal länger und steigert ihre Geschwindigkeit mit Abnehmen des Signalpegels. Die spezielle Schaltung gewährleistet, dass diese Funktion unabhängig von der jeweiligen Gain-Reduction geschieht. Die Anti-Log-Funktion führt per Knopfdruck zu ganz neuen Sounds, ungewöhnlichen Reverse-Effekten oder lebendigem Pumpen des Kompressors.
Eine weitere Spezialität des mpressors ist der Gain-Reduction-Limiter. Dieser begrenzt die Steuerspannung des Kompressormoduls. Er ist im Regelweg und nicht im Audiopfad angesiedelt und limitiert die Steuerspannung auf den eingestellten Wert. Unabhängig von Eingangspegel, Ratio und Threshold findet ab diesem Schwellwert keine weitere Kompression statt. Das Ergebnis: Laute Stellen behalten ihre Dynamik, da sie oberhalb des fixierten Wertes nicht weiter komprimiert werden. Der GRL ermöglicht Ducking- und Upward-Compressions-Effekte, indem nur die leisen Signale angehoben werden, ohne insgesamt die eigentliche Dynamik zu verändern.
Wie immer müssen die Messwerte, ermittelt im Testlabor von Professional audio Magazin, zur objektiven Qualitätskontrolle herhalten. Geräusch- und Fremdspannungsabstand betragen gute 82,6 beziehungsweise 76,7 Dezibel. Der Klirr bleibt ohne Eingangsverstärkung über den gesamten Frequenzbereich unterhalb von 0,25 Prozent. Die FFT-Analyse zeigt k2 und k3, die bei einer Verstärkung von +4 Dezibel deutlich bis an die -50-Dezibel-Marke reichen. Sie sollen zum besonderen Charakter beitragen. „Der mpressor klang erst viel zu neutral und sauber“, erklärt uns Tilgner, „dann haben wir viel ausprobiert, um über hinzugefügte Obertöne den nötigen Dreck in das Signal zu bekommen.“ Außerdem sei der Frequenzgang aus klanglichen Gründen oberhalb von zehn Kilohertz bedämpft worden. Das entsprechende Diagramm bestätigt diese Besonderheit (siehe Kurve).
Das Übersprechen ist erwartungsgemäß mit Werten besser als -60 Dezibel gut. Die Gleichtaktunterdrückung könnte allerdings besser sein: bei 10 Kilohertz beträgt sie lediglich -45 Dezibel. Der ausführliche Praxis- und Hörtest von Professional audio Magazin will diesmal einfach kein Ende nehmen. Das liegt vor allem an der Vielzahl unterschiedlicher Einstellungs- und Kombinationsmöglichkeiten. Schon der Grundsound des mpressors – der Threshold-Regler steht auf Linksanschlag, damit das Kompressionsmodul pausiert – hat seinen eigenen Charakter. Das Klangbild wirkt deutlich größer und direkter als im Original. Je mehr die Eingangsverstärkung bemüht wird, desto satter und lebendiger erscheint das Signal – k2 und k3 lassen grüßen (siehe FFT-Analyse).
Trotzdem bleibt der mpressor immer klar und transparent und scheint dabei das Klangbild noch einmal zusätzlich zu erweitern. Um den Grundsound anzupassen oder zu verbiegen, eignen sich die zuschaltbaren Niveaufilter ganz hervorragend. Sachte eingesetzt, erscheint das Signal durch die Höhenanhebung und Bass-Dämpfung entweder ein wenig frischer und etwas schlanker, oder umgekehrt durch die Anhebung der Bässe bei gleichzeitiger Höhen-Dämpfung satter und dumpfer. Extreme Hoch- und Tiefpass-Einstellungen sind neben den nuancierten Veredelungen aber genauso möglich, wie effektive Veränderungen der Mitten-Frequenzen.
Im nächsten Testdurchlauf muss sich der mpressor bei der Kompression einer Schlagzeug-Subgruppe beweisen. Schnell ist klar, der mpressor ist kein gemächlicher Vertreter seiner Zunft, sondern ein spritziger Kreativer, der sein Wirken keinesfalls verbergen möchte und gerne zeigt, was er drauf hat – das ist eine ganze Menge. Leichte Kompressionen mit geringem Threshold und kleiner Ratio sind zwar prinzipiell möglich, doch die Hard-Knee-Charakteristik lässt den mpressor trotzdem effektiv und kompromisslos wirken. Das unterscheidet ihn deutlich von unauffälligen Klangveredlern und Mastering-Spezialisten wie dem 1176LN von Universal Audio (Test, 4/2007) oder dem Drawmer S3 (Test 8/2007), die wesentlich bedächtiger und behutsamer mit dem vorliegenden Audiomaterial umgehen. Der mpressor ist wie eine Raubkatze auf der Lauer: Im richtigen Moment greift er geschmeidig aber unerbittlich zu. Die sehr kurzen Attack-Zeiten lassen dabei auch schnellste Transienten bei heftigen Snare-Schlägen nicht entwischen und regeln diese gnadenlos zurück.
Dadurch erscheint das Schlagzeugsignal sehr direkt, kontrolliert und klingt mit zunehmender Ratio (1:10) und langer Release-Zeit, wie ein Brick-Wall-Limiter, der so gut wie keine Dynamik mehr übrig lässt. Durch Aktivieren der Auto-Fast-Funktion arbeitet der mpressor im richtigen Moment besonders schnell und vor allem verzerrungsarm. Ergebnis: Das Schlagzeug klingt weit entfernt, die Transienten sind eliminiert und der leise Raumanteil sowie das Ausklingen der einzelnen Instrumente rücken deutlich in den Vordergrund. Ohne Auto Fast-Funktion und mit humaner Attack-Zeit und Ratio (10 bis 20 Millisekunden und 1:5) springt das Schlagzeug einen förmlich an, der Raum wird aber außerdem deutlicher hörbar und präsenter.
Durch das Verkürzen der Release-Zeit erscheint der Groove zunehmend druckvoller und aggressiver. Ab einem bestimmten Punkt beginnt der mpressor dann rhythmisch zu pumpen. Equipment und Signal spielen sich bei richtiger Einstellung perfekt aufeinander ein. Der Groove wirkt deutlich lebendiger. Wir aktivieren die Anti Log-Funktion: Das Schlagzeug klingt durch die antilogarithmische Charakteristik mit kurzer Release-Zeit plötzlich extrem dicht, ausdrucksstark und beginnt heftig hach Luft zu schnappen. Ein langer Rücklauf dagegen führt zu heftigen Effekt-Kompressionen und ganz neuen Ideen für interessante Drum-Loops.
Grenzenloser Kreativ-Spaß
Auf der Suche nach weiteren abgefahrenen Effekten testen wir die negativen Ratios mit einem fertigen House-Track. Das Ergebnis ist ein Reverse-Effekt, bei dem die lauten Signale plötzlich extrem heruntergezogen werden und dann, je nach eingestellter Release-Zeit, schneller oder langsamer zur Ausgangslautstärke zurück gelangen. Auch hier wirkt sich die Anti Log-Funktion sehr interessant auf den Rücklauf aus, ähnlich einer rückwärts abgespielten Hallfahne. Um den Regelvorgang möglichst schnell und trotzdem verzerrungsfrei zu bekommen, lohnt sich auch hier das Experimentieren mit der Auto Fast-Funktion. Als nächstes schleifen wir den mpressor als externen Effekt in Cubase 4 ein und wenden ihn auf unterschiedliche Einzelinstrumente an. Beim geslappten E-Bass steigen die Werte der Gain-Reduction schnell auf Werte von 15 oder 20 Dezibel an. Der GR-Limiter hilft, diese auf einen fixen Wert zu begrenzen, unabhängig von Threshold und Ratio.
Selbst bei sehr stark eingestellter Kompression kann die Reduktion beispielsweise auf vier Dezibel beschränkt werden. Die Transienten rücken stark in den Vordergrund. Der E-Bass klingt frischer, knackiger und selbst extreme Dynamikschwankungen sind dem mpressor jetzt völlig egal, da der eingestellte Limiter-Wert nie überschritten wird. Die Lautstärke am Ausgang bleibt auf einem gleichmäßigen Level. Nun kommen die Sidechains zum Zuge: Wir triggern einen Achtel-Groove des E-Basses mit dem passenden Bassdrum-Signal. Der Kompressor arbeitet mit einer Ratio von 1 : 3 und einem Threshold von zirka einem Dezibel. Der Attack-Regler steht auf 21, die Release-Zeit beträgt 150 Millisekunden. Sofort verschmelzen beide Signale zu einer kompakten Einheit und wirken kraftvoller. Durch eine eingestellte negativen Ratio von 1 : -1 beginnt der E-Bass zu pulsieren und erhält einen lebendigen Groove.
Jetzt ist unser Pioniergeist endgültig geweckt. Wir kopieren die Snare-Spur im Sequenzer, legen ein einfaches Achtel-Delay darüber und verwenden den Klon als Trigger-Signal. Der Effektanteil steht auf 100 Prozent, so dass nur die Echos über den Sidechain an den mpressor weitergegeben werden. Auf eine Synth-Fläche angewendet entsteht ein rhythmisch wabernder Sound-Teppich, der immer neue Charakteristiken erhält, je nach dem, wie das Delay und der mpressor eingestellt sind. Von extrem zerschneidend, bis kaum merklich wellig ist alles möglich. Interessant ist auch das Resultat, wenn das reine Effektsignal an den Eingängen des mpressors und das trockene am Sidechain anliegt. Jetzt wird der Effekt, sei es Chorus, Flanger, Phaser oder Hall in Abhängigkeit des originalen Signals komprimiert. Ein auf das Snare-Signal gelegter Phaser verschwindet beim eigentlichen Impuls, wird dann aber zunehmend lauter, um beim nächsten Schlag wieder unterdrückt zu werden. Das Experimentieren mit den unterschiedlichen Parametern und Zusatz-Feature eröffnet neue klangliche Welten und liefert grenzenlosen Kreativ-Spaß.
Fazit
Analog heißt nicht unweigerlich auch vintage; das beweist elysia mit ihrem neuen Kreativ-Kompressor. Der mpressor ist aufgrund seiner innovativen Features zeitgemäß, wie auch state of the art, was Konzeption und Konstruktion angeht. Dabei klingt er ausgezeichnet und lässt zur vielseitigen Dynamikbearbeitung, sowie zum ausgefallenen Sound-Design keine Wünsche offen. Das Designer-Stück kostet gute 4.100 Euro, ist dem modernen Soundtüftler aber unter Garantie jeden Cent wert.