Realisason 04/2008
Frank Ernould: „Hier haben wir also eine von den Maschinen, wo sich alles schon besser anfühlt, wenn man es unbearbeitet durch das Gerät laufen lässt! Es zeigt sich wieder einmal, dass das Analoge die einzige Technologie ist, die wirklich in der Lage ist, den letzen Tropfen Qualität aus einer hervorragenden Quelle herauszuholen.“
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Monitor Magazin 06/2007
Jörgen Cremonese: „Über zwei Dinge staune ich wirklich: Was der alpha compressor mit dem Material macht, und wie leicht alles geht! [...] Alle diese unter-schiedlichen Funktionen in einem Gerät unterzubringen ist einfach genial; das Ganze dann noch so übersichtlich und einfach in der Handhabung zu gestalten grenzt an ein Wunder!“
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Mix Magazine 04/2007
Michael Cooper: „Der Umfang an Kontrolle, die einem der alpha über die Dynamik und die generelle Balance eines Tracks gibt, ist absolut großartig, und die Audioqualität ist exzellent. Wenn Sie auf der Suche nach einem Mastering-Kompressor der Weltklasse sind und über das notwendige Kleingeld verfügen, ist der alpha der perfekte Kandidat.“
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Studio Magazin 01/2007
Fritz Fey: „Der alpha compressor ist eine Ausnahmeentwicklung, die man in dieser Form kein zweites Mal auf dem Weltmarkt finden wird. Großen Anteil daran hat natürlich die integrierte M/S-Matrix, aber auch die Details des durchdachten Konzeptes und die aufwändige Technik befördern das Gerät mühelos in die absolute Spitzengruppe.“
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Pro Audio Review 10/2006
John Gatski: „Pro Audio Review hat insgesamt 38 Produkte als Gewinner des PAR Excellence Awards 2006 bestimmt und während der AES in San Francisco ausgezeichnet. Die Nominierungen wurden von einem Gremium von Ingenieuren nach mindestens einem der folgenden Kriterien ausgewählt: Verbesserung der Audioqualität […]“
> PAR Excellence Award 2006
Mix Magazine 04/2006
George Petersen: „Hiermit bestätigen wir, dass die Redakteure von Mix folgendes Produkt in die Top 10 der Technologie-Highlights der Musikmesse 2006 gewählt haben: elysia alpha compressor. […] Eine solche Top 10 aus zehntausenden Produkten von mehr als 2.500 Herstellern zu erstellen ist alles andere als ein Picknick…“
> Mix Certified Hit 2006
von Nigel Jopson
Resolution Magazine (Großbritannien) – März 2007
Ein am Mastering orientierter Kompressor, der nicht nur in puncto Aussehen absolut einmalig ist, sondern auch seine eigene Soundcharakteristik mit sich bringt: Nigel Jopson erfährt die große elysische Erleuchtung, als er endlich ein echtes Stück Gear Porn zum Test in die Finger kriegt.
Mit dem Ziel, auch das letzte bisschen Qualität aus einem Song herauszuholen, ist die Rundreise ins Analoge und wieder zurück in diversen Mastering-Kreisen zum unumstößlichen Dogma geworden. Die dafür eingesetzten Werkzeuge sind die letzte Bastion analogen Audio-Designs ohne Kompromisse; durchaus vergleichbar mit den handgearbeiteten Teilen an individuell gefertigten Sportwagen. Der alpha compressor der deutschen Firma elysia zielt genau auf diese Mastering-Ansprüche ab.
Der alpha wurde von Ruben Tilgner (einem früheren Mitglied der Firma SPL) entworfen, und hat durch sein dramatisches Erscheinungsbild mit blau leuchtenden Knöpfen und grafischen Anspielungen auf Software Plug-Ins für beachtliches Aufsehen gesorgt. Genau wie im HiFi kann im audiophilen Sektor des Pro-Audio-Markts die Form eine ebenso bedeutsame Funktion haben wie der Inhalt, und – das gilt jedenfalls für diesen Autor – es ist wesentlich inspirierender, ein innovatives Produkt in eine innovative Hülle zu kleiden als dem von einigen Designern verfolgten Pseudo-Vintage-Ansatz zu frönen.
Der alpha ist ein zweikanaliger Kompressor mit integrierter M/S Matrix, schaltbarem Sidechain-EQ, integriertem Audio-EQ, Soft Clip-Limiter und zusätzlichen, klangfärbenden Transformatoren. Die Kanäle können unabhängig oder gelinkt betrieben werden. Eine innovative Schaltungsfunktion ermöglicht es, das komprimierte Signal mit dem Original zu mischen und damit die so genannte Parallel-Kompression zu betreiben, ohne wie sonst üblich ein Mischpult und lästige Pegelabgleiche zu benötigen.
Die Kompressions-Schaltung beruht auf einer wirklich neuen Technologie: dem vollständig diskret aufgebauten Passive Current Attenuator oder PCA. Das lineare Abschwächen von Strom bei variablem Pegel ist zwar in der Welt der Elektronik nicht unbekannt, aber ich glaube, dass dieses Prinzip hier zum ersten Mal in einer Audio-Umgebung zur Anwendung kommt. elysia verwendet Transistoren, die sonst auch in Ausgangsstufen von Leistungsverstärkern verwendet werden, und die 16 diskreten Bauteile im Herzen des alpha compressors werden durch ein ‚exklusives Heiz-System’ auf konstanter Temperatur gehalten.
Das akustische Resultat lässt sich mit keinem anderen uns bekannten analogen Kompressor vergleichen. Zum Beispiel ergaben sich einige ungewöhnliche Ergebnisse beim Einstellen der Attack- und Release-Zeiten: der Kompressor kann sehr schnell sein, aber ohne den aufdringlichen Effekt, den man üblicherweise mit schnellen Attack-Zeiten verbindet. Auch im Bereich von 100 ms und drüber hinaus gibt es schöne Ergebnisse, ohne jedoch den ‚Delle-nach-Signalspitze’-Effekt, den ich normalerweise mit solchen Einstellungen verbinde.
Die Feed Forward-Funktion schaltet den Sidechain-Abgriff vor die eigentliche Sektion für die Kontrolle des Pegels, was stärkere Kompressionseffekte ermöglicht. Das Aktivieren von Auto Fast hingegen resultiert in einer deutlich stärkeren Reduktion von Transienten, wovon sich langsamer entwickelnde musikalische Passagen anscheinend nicht beeinflusst werden. Nur widerwillig bringe ich hier den Vergleich mit dem L1, weil das in einigen Köpfen sicherlich negative Assoziationen hervorrufen wird. Dennoch war mein sofortiger Gedanke beim ersten Anhören des alpha compressors folgender: Ultramaximizer in analog!
Eine der Stärken des alpha compressors ist sein solides Bass-Management. Es steht eine integrierte Sidechain-Sektion mit Reglern für Verstärkung/Absenkung sowie für die Center-Frequenz zur Verfügung, wobei jeweils im äußersten Links- bzw. Rechtsanschlag des SC Gain-Reglers ein Low bzw. High Pass entsteht. In diesem Fall gibt die Center-Frequenz eher den Umkehrpunkt als die zu verstärkende Frequenz vor. Während man mit den meisten Mastering-Kompressoren versucht ist, mithilfe des Sidechains die Bassfrequenzen zu reduzieren, um übermäßiges Pumpen zu reduzieren, ist der alpha einer der wenigen, bei denen man auch einmal mit ein wenig Low Pass oder Boost experimentieren möchte, um einen dröhnenden Track in den Griff zu kriegen.
Der links vom Sidechain-Filter angeordnete EQ ähnelt in seiner Funktionsweise den ‚Tilt’-Equalizern, die in den Quad 33/34/66 HiFi-Vorstufen zum Einsatz kommen. Anders als ein Glockenfilter mit einer Verstärkung oder Abschwächung um die gewählte Center-Frequenz, werden hier die Frequenzen über der Center-Frequenz um bis zu 3dB angehoben, während die darunter liegenden gleichzeitig um maximal 5 dB abgesenkt werden. Für das Mastern einer CD ist das schon zu grob aufgelöst, aber im M/S-Modus des alpha compressors war dieser EQ sowohl bei der Bewertung der Kompression als auch bei der Zähmung von dumpfen Bass-Signalen und zu hellen Raum-Anteilen hilfreich.
Weil der alpha sich bei behutsamen Kompressions-Einstellungen besonders hervortut, habe ich mich tatsächlich dabei erwischt, ihn die meiste Zeit im ungelinkten M/S-Modus zu betreiben. Da der alpha eine dermaßen gut gebaute M/S-Matrix hat, wären Insert-Anschlüsse sicherlich ein nützliches Zusatzfeature. Im Mastering-Betrieb sind analoge Stereo-Equalizer immer furchtbar kompliziert einzustellen, wodurch ein Betrieb in M/S äußerst sinnvoll erscheint. Die Nützlichkeit des alpha compressors für ein Studio, welches ihn sozusagen als Trophäe anschafft, würde durch den Zugang zum Mitten- und Seitenkanal noch einmal deutlich gesteigert. Die meisten Mastering-Studios der Weltklasse haben bereits eine solche Matrix in ihren Konsolen, wodurch der Encoder des alphas hier nicht eingesetzt werden wird.
Bezüglich seiner Schaltungs- und Regelfunktionen ist der alpha in der Tat beinahe eine eine-für-alles Mastering-Lösung, so dass sich die Frage aufdrängt, ob elysia jemals darüber nachgedacht hat, zwei begleitende Produkte daraus zu machen: einen Controller und einen separaten Kompressor. Die Kombination aus Direct- und Compressed-Schaltern mit dem Mix-Regler ermöglicht es, wahlweise nur das Original, nur das komprimierte Signal oder (wenn beide Schalter aktiv sind) die Mischung beider Signale anzuhören, wobei sich keine beunruhigenden Pegelsprünge oder Schaltgeräusche bemerkbar machen.
Beim Bearbeiten von Tracks fand ich es praktisch, den im M/S-Modus arbeitenden alpha konstant aktiviert zu lassen und dann nahtlos zwischen dem Mitten- und dem Seitensignal sowie dem Original, dem komprimierten Signal und dem Mix hin und her zu schalten. Hier zeigt sich, dass – obwohl sich analoge Technik ihrer Endphase nähert – gute Entwickler immer noch mit cleveren Ideen aufwarten können.
Der Soft Clip-Limiter ist offensichtlich dahingehend ausgelegt, nachfolgende AD-Wandler vor Übersteuerungen zu schützen, allerdings empfand ich seine Arbeitskurve als zu sanft, um wirklich effektiv zu sein. Das Handbuch warnt davor, dass deutliche hörbare Verzerrungen auftreten, wenn diese Schaltung zu heftig angefahren wird, und das ist leider in der Tat auch der Fall. Einige Mastering-Ingenieure an der Spitze des Loudness-Krieges übersteuern mittlerweile schon absichtlich ihre Prism oder Lavry Wandler, um etwas weniger (oder weicheres) analoges Limiting zu erreichen. Vielleicht wäre eine Schaltung, die diese Technik simuliert, eine brauchbare Option für Besitzer von nicht ganz so versöhnlichen AD-Wandern.
Der neben dem Limiter angeordnete Transformer-Schalter schaltet einen Haufe-Übertrager in den Signalpfad, um dem Sound ‚dieses gewisse Maß ein Eisen’ hinzuzufügen. Das muss jedoch ein anderer Haufe sein als diejenigen in meinen Vintage-Telefunken-Preamps, denn für meine müden Ohren war der Effekt zu subtil, um in wirklich schätzen zu können. Der alpha steckt voll mit Relais und bewundernswert entworfenen Platinen. Ich kann mir vorstellen, dass dies der Prozessor der Wahl für diejenigen ist, die sich im Jazz und in der Klassik betätigen und sich nun auch mit der 0 dBFS-Marke konfrontiert sehen.
Der alpha ist ein angemessenes Werkzeug für diejenigen Mastering-Ingenieure, welche die ihrer Obhut überlassenen Songs mehr behutsam optimieren, als sie einem kompletten Audio-Facelifting zu unterziehen.
PROS
- Mustergültige Qualität
- Störfreie Aufholverstärkung
- Transparenter Klang
- Sanfte Erhöhung der Lautstärke bei moderater Anwendung
CONS
- Tendiert in den extremeren Einstellungen zu einer Betonung von Hi-Hats und spritzigen HF-Signalen
- Keine Insert-Möglichkeit für die M/S-Matrix
- Unpraktische Soft Clip-Funktion