Monitor Magazin 06/2007
Jörgen Cremonese: „Über zwei Dinge staune ich wirklich: Was der alpha compressor mit dem Material macht, und wie leicht alles geht! [...] Alle diese unter-schiedlichen Funktionen in einem Gerät unterzubringen ist einfach genial; das Ganze dann noch so übersichtlich und einfach in der Handhabung zu gestalten grenzt an ein Wunder!“
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Mix Magazine 04/2007
Michael Cooper: „Der Umfang an Kontrolle, die einem der alpha über die Dynamik und die generelle Balance eines Tracks gibt, ist absolut großartig, und die Audioqualität ist exzellent. Wenn Sie auf der Suche nach einem Mastering-Kompressor der Weltklasse sind und über das notwendige Kleingeld verfügen, ist der alpha der perfekte Kandidat.“
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Resolution Magazine 03/2007
Nigel Jopson: „Mit dem Ziel, auch das letzte bisschen Qualität aus einem Song herauszuholen, ist die Rundreise ins Analoge und wieder zurück in diversen Mastering-Kreisen zum unumstößlichen Dogma geworden. […] Der alpha compressor der deutschen Firma elysia zielt genau auf diese Mastering-Ansprüche ab.“
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Studio Magazin 01/2007
Fritz Fey: „Der alpha compressor ist eine Ausnahmeentwicklung, die man in dieser Form kein zweites Mal auf dem Weltmarkt finden wird. Großen Anteil daran hat natürlich die integrierte M/S-Matrix, aber auch die Details des durchdachten Konzeptes und die aufwändige Technik befördern das Gerät mühelos in die absolute Spitzengruppe.“
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Pro Audio Review 10/2006
John Gatski: „Pro Audio Review hat insgesamt 38 Produkte als Gewinner des PAR Excellence Awards 2006 bestimmt und während der AES in San Francisco ausgezeichnet. Die Nominierungen wurden von einem Gremium von Ingenieuren nach mindestens einem der folgenden Kriterien ausgewählt: Verbesserung der Audioqualität […]“
> PAR Excellence Award 2006

Mix Magazine 04/2006
George Petersen: „Hiermit bestätigen wir, dass die Redakteure von Mix folgendes Produkt in die Top 10 der Technologie-Highlights der Musikmesse 2006 gewählt haben: elysia alpha compressor. […] Eine solche Top 10 aus zehntausenden Produkten von mehr als 2.500 Herstellern zu erstellen ist alles andere als ein Picknick…“
> Mix Certified Hit 2006

Das Flaggschiff

von Franck Ernould
Réalisason (Frankreich) – April 2008

Der High End Audiomarkt ist irgendwie auch ein Luxusmarkt: Von Zeit zu Zeit taucht eine fantastische, handgebaute Maschine auf, die durch ihr atemberaubendes Design, erstaunliche Funktionen und nicht zuletzt den Preis außerhalb des Horizonts des ‚normalen’ Toningenieurs liegt. Hier haben wir zwei gute Beispiele: den alpha compressor und den mpressor von elysia.

Zunächst aber ein paar Worte über die Firma (wussten Sie, dass in der griechischen Mythologie mit Elysion der Platz bezeichnet wird, an dem Helden und Sagengestalten unsterbliches Leben nach dem Tode verbringen?)

elysia wurde 2005 von Ruben Tilgner und Dominik Klaßen in Nettetal gegründet. Während Dominik unter anderem für Firmen wie TerraTec gearbeitet hatte und sich auf Themen wie Vermarktung und Kommunikation kümmert, ist Ruben für seine kreative Arbeit bei SPL bekannt: Er ist der Kopf hinter der GainStation, dem MixDream und dem Transient Designer, ein Gerät zur dynamischen Hüllkurvenbearbeitung, dessen Ansatz auch heute noch einzigartig ist.

Um die neu gegründete Unabhängigkeit zu unterstreichen, wurden erst einmal neue Verstärkerstufen von Ruben entwickelt. Nachdem man zunächst über einen Bass-Preamp und diverse Audioprozessoren nachgedacht hatte, entschied man sich nach der Musikmesse 2005 schließlich für die Entwicklung eines High End Mastering-Kompressors. Hierfür fehlte zunächst das komplizierteste Element, und zwar die Stufe zur eigentlichen Pegelreduzierung. Nach einigen Versuchsaufbauten wurde unabhängig von preislichen Überlegungen etwas vollständig Neues entwickelt. Ruben zeichnete das zukünftige Frontpanel seines Kompressors auf ein Stück Papier, und mehr oder weniger genau so wurde das Gerät ein Jahr später auf der Musikmesse 2006 präsentiert: der alpha compressor war geboren. Auch auf der anschließenden AES in Paris zog das Gerät eine Menge Aufmerksamkeit auf sich. Das war auch der Moment, in dem Tom Van Den Heuvel, ein talentierter Toningenieur, zum französischen Arm der Firma wurde.

„Der alpha compressor stellt den Anfang dar, die Basis. Er ist eine anspruchsvolle und komplexe Entwicklung, die zur Etablierung der Firma beigetragen hat“, sagt Dominik. „Wir wollten damit zeigen, wofür wir in Sachen Technologie und Sound stehen: echtes High End. Und das ist nicht so einfach, denn der Markt ist offensichtlich klein…“. Ruben unterstützt diese ziemlich elitäre Positionierung: „Aus meiner Zeit bei SPL weiß ich, wie schwer es für eine Firma ist, sich von ‚bezahlbaren’ den High End Produkten zuzuwenden – egal, wie gut die Qualität der Produkte ist. Runter ist nun mal einfacher als rauf. Allein mit dem alpha werden wir sicherlich keine fünf Jahre überleben, aber wir konnten uns etablieren und Vertrauen in zukünftige, günstigere Produkte wecken.“ Die ersten Prototypen gingen an diverse Mastering- und Recording-Studios in Europa und den USA. Ein paar Modifikationen später wurden 2006 kurz nach der AES in San Francisco die ersten Seriengeräte ausgeliefert (eine Serie besteht aus jeweils 20 Geräten).

Was unterscheidet den alpha compressor denn nun von anderen High End Kompressoren? Die Antwort liegt in einer Kombination aus verschiedenen interessanten Features: die M/S Matrix als vielleicht interessanteste Eigenheit, aber auch die Parallelkompression, die Auto Fast-Funktion sowie die Filter sowohl für den Audiopfad als auch für den Sidechain. Der innere Aufbau ist komplett symmetrisch gehalten; man könnte meinen, da stände ein Spiegel genau in der Mitte der Platinen! Aber werfen wir nun einen Blick auf die einzelnen Features, um eine echte Rennmaschine mal genauer kennen zu lernen…

Technologie
Mit seinem 3 HE-Gehäuse wiegt der alpha compressor nicht weniger als 16 kg und wartet mit 22 Potentiometern, 23 weiß beleuchteten Schaltern, und maximal 100 Watt Stromverbrauch auf! Wie man sich vorstellen kann, läuft das Gerät demnach im Class-A Modus. Die dunkle Frontplatte mit der Skalierung schwebt über einer weiteren, 12 mm dicken (!) Aluminiumplatte. Einer der auffälligsten Hingucker ist die kreisförmige Anzeige für die Gain Reduction. Das Netzteil des alpha compressors würde sich sicherlich auch gut in einer Endstufe machen: +/-30 Volt, große Kondensatoren, diskrete Regelelektronik… Und dann das Element für die Pegelreduzierung: Kein Opto, kein VCA und auch kein FET, sondern etwas anderes: der Passiv Current Attenuator. Diese Schaltung wandelt das Eingangssignal in einen Strom und kann diesen dann spannungsgesteuert kontrollieren. Dafür verwendet Ruben nicht weniger als 16 Transistoren, die von einem speziellen ‚T16 Heater’ Element auf konstanter Temperatur gehalten werden (na, klingelt da was bei Fans von alten Analog-Synthies?). Es sollte herausgestellt werden, dass die komplette Schaltung mit ausgesuchten Bauteilen vollständig diskret aufgebaut ist.

Die Regler für die beiden Kanäle sind in 3 Ebenen angeordnet. Da ist zunächst die Kompressor-Sektion mit den üblichen Parametern Threshold, Attack, Release, Ratio sowie den zusätzlichen Feed Forward- und Auto Fast-Knöpfen. Die mittlere Ebene enthält die beiden Filter für den Audio- und den Sidechain-Pfad, und die untere Reihe widmet sich dem Pegel (MakeUp Gain, Mix zwischen direktem und bearbeitetem Signal, etc.). Ein kleiner Hinweis bezüglich der Skalierung: der Release-Regler geht von 50 bis 1k8. Diese „ks“ kennen wir normalerweise von Frequenzangaben bei Equalizern, und zunächst einmal waren wir ein wenig verdutzt… bis wir verstanden haben, dass dies für 1.800 ms oder 1,8 s steht.

M/S-Modus
Eine von Rubens bahnbrechenden Ideen war die Implementierung einer M/S-Matrix, um im Kompressor zusätzlich zum sonst üblichen Stereosignal alternativ auch mit Mitte und Seiten arbeiten zu können. Diese Funktion kann in einigen Digitalprozessoren gefunden werden, aber soweit wir wissen, ist dies das erste analoge Gerät mit dieser Funktion (der Vari-Mu von Manley kann mit einer M/S-Matrix als Option geordert werden). Diese Möglichkeit revolutioniert die Herangehensweise an das Thema Kompression: Stellen wir uns einmal einen Track mit einer mittig platzierten Stimme vor, die mit einem Stereo-Hall hinterlegt wurde. Ein herkömmlicher Kompressor würde bei stärkeren Einstellungen dafür sorgen, dass der Hall mit der Stimme heruntergezogen wird und zu pumpen anfängt. Anders im M/S-Modus: die Stimme in der Mitte liegt nun allein im M-Kanal, der unabhängig von den Seiten bearbeitet werden kann. Auch die Stereobreite lässt sich mit dem S-Kanal beliebig einstellen. Das gleiche Prinzip gilt bei einer Kombination aus einem Mono-Bass und einem Stereo-Streichersound: ungewolltes Pumpen taucht gar nicht erst auf. Hier tun sich wirklich neue Aspekte für die Bearbeitung von fertigen Mixdowns auf…

Erweiterte Funktionen
Ein anderes interessantes Feature des alpha compressors ist die Möglichkeit der Parallel-Kompression, die von einigen Toningenieuren auf dem Mischpult eingesetzt wird. Dabei wird die Bearbeitung sozusagen zum Effekt: Das komprimierte Signal ersetzt nicht das Original, sondern wird zu diesem hinzugemischt. Beim alpha compressor kann man das mit dem Mix-Regler bewerkstelligen. Der Vorteil: Das Signal kann stark komprimiert und nur in kleinen Dosen hinzugefügt werden (leisere Passagen werden lauter), ohne dass die ursprüngliche Dynamik abhanden kommt.

Die Auto Fast-Funktion hingegen optimiert die Attack-Zeit auf der Grundlage der im Material enthaltenden Transienten, besonders in den tiefen Frequenzen. Man denkt selten darüber nach, aber die Dauer eines Wellendurchlaufs bei z.B. 33 Hz dauert ganze 30 ms, was wesentlich länger ist als die niedrigste Attack-Zeit eines Kompressors (welche beim alpha compressor gerade mal 10 Mikrosendungen beträgt). Wird der Kompressor hierdurch mehrmals pro Wellendurchgang getriggert, treten deutliche Artefakte auf. Der Auto Fast-Modus steht hier sowohl für den Attack- als auch für den Release-Parameter zur Verfügung, um kurze Peaks automatisch abzufangen und dann auf den eingestellten Wert zurückzukehren. Das clevere Release-Management erzeugt dabei einen deutlichen Gewinn an Lautheit, der sich zum Beispiel sehr effizient auf Perkussion auswirkt.

Filter
Wenn Sie glauben, dass der Einbau von Filtern in einen Stereo-Kompressor nichts Neues mehr ist, denken Sie noch mal drüber nach… Der alpha bietet nicht nur zwischen 30 Hz und 3,3 kHz einstellbare Hi/Lo Pass Filter für den Sidechain. Ruben Tilgner hat darüber hinaus auch noch eine Spezialität namens Niveau Filter vorgesehen, die einigen eventuell noch unter dem Namen ‚Tilt’ bekannt sein dürfte (erinnert sich jemand an die Quad HiFi Preamps aus den 60er und 70er Jahren?). Der Frequenzgang wird hier um eine variable Mittenfrequenz eingestellt (dank des nützlichen x10-Schalters insgesamt 42 Positionen zwischen 20 Hz und 20 kHz), wobei gleichzeitig die Bässe angehoben und die Mitten abgesenkt werden oder genau anders herum. Eine erstaunliche und musikalische Möglichkeit, klangliche Veränderungen vorzunehmen, ohne dabei das Originalsignal zu verschandeln… Der Sidechain-Filter kann von Lowpass nach Highpass mit etlichen Zwischenstellungen überblendet werden. Allerdings ist hier keine Insert-Möglichkeit vorgesehen, was einige Nutzer vielleicht enttäuschen mag, weil sie das Signal nicht mit eigenen Mitteln beeinflussen können.

In der Praxis
Der spontane Eindruck beim ersten Hinhören ist ein sehr klarer und offener Sound. Hier haben wir also eine von den Maschinen, wo sich alles schon besser anfühlt, wenn man es unbearbeitet durch das Gerät laufen lässt! Es zeigt sich wieder einmal, dass das Analoge die einzige Technologie ist, die wirklich in der Lage ist, den letzen Tropfen Qualität aus einer hervorragenden Quelle herauszuholen. Der alpha compressor kann natürlich auch keinen überkomprimierten oder matschigen Mix ‚retten’, aber er brilliert beispielsweise bei akustischen Aufnahmen, wobei sein elegantes Regelverhalten und seine subtile Farbe jenseits aller digitalen Emulationen stehen.

Einige hätten sicherlich gerne eine Möglichkeit zur Abspeicherung von Einstellungen gesehen: das wäre zwar prinzipiell machbar, aber auf Kosten eines noch mal 50% höheren Preises und eines noch größeren und schwereren Geräts (als Stichwort sei hier der PQ von SPL genannt). Aufgrund eines Preises von ohnehin schon 7.990 Euro hat man sich bei elysia gegen diese Option entschieden. Nun könnte man sicherlich diskutieren, ob es überhaupt Sinn macht, den Wert eines Autos in einen Kompressor zu investieren? Andererseits, ist hier Rationalität das Sinnvollste? „Die hohe Kunst der Klanggestaltung“, so Toningenieur Philippe Teissier du Cros, „ist alles andere als kosteneffizient“. Und das zeigt sich hier in jedem Detail: eine Investition, die ebenso gut klingt wie sie aussieht.