Realisason 04/2008
Frank Ernould: „Hier haben wir also eine von den Maschinen, wo sich alles schon besser anfühlt, wenn man es unbearbeitet durch das Gerät laufen lässt! Es zeigt sich wieder einmal, dass das Analoge die einzige Technologie ist, die wirklich in der Lage ist, den letzen Tropfen Qualität aus einer hervorragenden Quelle herauszuholen.“
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Mix Magazine 04/2007
Michael Cooper: „Der Umfang an Kontrolle, die einem der alpha über die Dynamik und die generelle Balance eines Tracks gibt, ist absolut großartig, und die Audioqualität ist exzellent. Wenn Sie auf der Suche nach einem Mastering-Kompressor der Weltklasse sind und über das notwendige Kleingeld verfügen, ist der alpha der perfekte Kandidat.“
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Resolution Magazine 03/2007
Nigel Jopson: „Mit dem Ziel, auch das letzte bisschen Qualität aus einem Song herauszuholen, ist die Rundreise ins Analoge und wieder zurück in diversen Mastering-Kreisen zum unumstößlichen Dogma geworden. […] Der alpha compressor der deutschen Firma elysia zielt genau auf diese Mastering-Ansprüche ab.“
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Studio Magazin 01/2007
Fritz Fey: „Der alpha compressor ist eine Ausnahmeentwicklung, die man in dieser Form kein zweites Mal auf dem Weltmarkt finden wird. Großen Anteil daran hat natürlich die integrierte M/S-Matrix, aber auch die Details des durchdachten Konzeptes und die aufwändige Technik befördern das Gerät mühelos in die absolute Spitzengruppe.“
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Pro Audio Review 10/2006
John Gatski: „Pro Audio Review hat insgesamt 38 Produkte als Gewinner des PAR Excellence Awards 2006 bestimmt und während der AES in San Francisco ausgezeichnet. Die Nominierungen wurden von einem Gremium von Ingenieuren nach mindestens einem der folgenden Kriterien ausgewählt: Verbesserung der Audioqualität […]“
> PAR Excellence Award 2006
Mix Magazine 04/2006
George Petersen: „Hiermit bestätigen wir, dass die Redakteure von Mix folgendes Produkt in die Top 10 der Technologie-Highlights der Musikmesse 2006 gewählt haben: elysia alpha compressor. […] Eine solche Top 10 aus zehntausenden Produkten von mehr als 2.500 Herstellern zu erstellen ist alles andere als ein Picknick…“
> Mix Certified Hit 2006
von Jörgen Cremonese
Monitor Magazin (Schweden) – Juni 2007
Seit einem Jahr spricht man im Internet bereits über das erste Produkt von elysia; ein durch und durch analoger Kompressor, der folgerichtig auch auf den Namen alpha getauft wurde. Was wir im Vorfeld wissen ist, dass es sich um ein extrem komplexes, aber mit 7.990 Euro netto auch ziemlich kostspieliges Gerät zu handeln scheint. Seit einigen Tagen sitze ich nun hier zusammen mit dem Produzenten Charlie Storm und versuche, den elysia alpha mit allen seinen Möglichkeiten komplett zu verstehen. Und wir sind in der Tat sprachlos. Der elysia alpha compressor ist ein Respekt einflößendes Gerät – nein, was sage ich – dieses Gerät wirkt fast bedrohlich!
Das Äußere
Das etwa sechzehn Kilo schwere Gerät, mit seinem robusten und extrem stabilen Gehäuse und den insgesamt fünfundvierzig (!!!) Knöpfen und Reglern an der Vorderseite scheint mir förmlich zuzurufen, dass ich mich übernommen habe! Jetzt bröckelt meine Fassade, jetzt wird deutlich, dass ich wahrscheinlich ein Scharlatan bin… Aber dann siegt die Neugierde. Was kann ich mit dem elysia alpha eigentlich anstellen? Nachdem ich mich eine Viertelstunde mit der gut geschriebenen Bedienungsanleitung vertraut gemacht habe, habe ich schon so viel verstanden, dass ich glaube, anfangen zu können. Schauen Sie sich das Bild an: Auf jeder Seite befindet sich oben ein Kompressorbereich, in der Mitte ein Filterbereich und ganz unten ein Mixbereich. Eigentlich ganz einfach und übersichtlich. In der Bedienungsanleitung wird der Aufbau des Gerätes beschrieben, und es ist eine Reihe an praktischen Anwendungsbeispielen aufgeführt. Neben dem leicht verständlichen und pädagogisch gut aufgebauten Text finde ich am Schluss das AC/DC-Zitat: „Let there be sound! – And there was sound.” Bemerkenswert! Was soll man nun eigentlich glauben?
Ein überwältigender Anblick
Ich stelle den gediegenen alpha auf ein Rack und versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wie schwer er ist, schließe ihn an das HD3-System und ans Stromnetz an. Das ist einfach, denn es gibt nur zwei Ein- und Ausgänge sowie den Netzanschluss auf der Rückseite. Doch, etwas gibt es noch: Zwei Drehknöpfe für den Kontrast der Regler. Ich mache den alpha an, höre ein kurzes Geräusch, Relais klicken und einige Lämpchen flackern. Ich gehe in die Knie und sehe, wie der alpha aufleuchtet – fast wie eine Begegnung der dritten Art mit einem Alien-Mutterschiff. Unglaublich! Zuerst stelle ich den Kontrast für die Regler ein; die Helligkeit reicht von subtil bis hin zu migräneerzeugend. Aber was ich auch mache, ich höre nicht einen einzigen Ton. Kein Klicken, kein Rauschen. Und die Regler sind natürlich von höchster Qualität.
Die Handhabung ist einzigartig angenehm, und die Regler gehen leicht abgefedert in die entsprechende Position. Man kann hier gar nichts falsch machen, und auch nicht aus Versehen z.B. einen Regler verstellen. Jeder Kanal ist, wie ich eingangs erwähnte, in drei Bereiche aufgeteilt. Die Menge an Informationen, die man beim ersten Anblick bekommt, ist in der Tat überwältigend. Hier gilt es erst einmal tief durchzuatmen, um sich dann dem elysia alpha Schritt für Schritt zu nähern. Wir legen einen fertigen Mix von Eric Ramsey (dem „Indie-Postrock-Electronica-Folk-Psychedelic-Künstler) ein, um zu testen, was wir alles mit dem Kompressor machen können.
Keine Phasenbeeinflussung
Der erste Versuch besteht darin, eine einfache Stereo-Kompression durchzuführen. Wir verwenden den Kompressorteil (oben), die Kontrollfunktion Gain (unten) für das Make-Up Gain und den Channel-Link. Jetzt steuert der linke Kanal den Kompressor, jedoch muss ich den Pegel für beide Kanäle aufholen und den Kompressor aktivieren, indem ich den Compressed-Knopf für beide Kanäle drücke. Eigentlich einfach und logisch – vielleicht ist der elysia alpha doch nicht so gefährlich? Ich starte den Track mit den Kontrollfunktionen auf Null-Position, also ohne Kompression, und schalte Active (Non-Active ist ein „Hard Bypass”) ein und aus, um zu sehen, ob das Gerät ein Eigengeräusch entwickelt. Nein, nein, tut es absolut nicht! Auch das Audiomaterial wird in Bezug auf die Phasen in keiner Weise beeinflusst. Wir können in der Tat in der Stereokompressionslage keine Phasenbeeinflussung feststellen, bevor wir nicht angefangen haben, an den Reglern zu drehen.
Der erste Song, den wir testen, besteht aus einer akustischen Gitarre, einer zarten Mädchenstimme und einem Refrain mit einem tiefen, fast schwebenden Bass. Am Ende sind hinzugeschnittene Töne eingefügt, die kreuz und quer über die Frequenzen laufen. Keine ganz leichte Aufgabe, da die Dynamik so breit gefächert ist. Aber wir beginnen und stellen die Attack-Zeit auf eine ganz langsame Geschwindigkeit (150 ms) danach das Release auf höchste Geschwindigkeit, Ratio ein wenig nach Gehör (um 1:1,5) und Threshold auf -3 dB. Und unser alpha reagiert sofort; die große, zentral angebrachte LED-Anzeige beginnt zu flackern. Bis -3 dB ist diese in halben dB-Schritten aufgeteilt, bis 6 dB in 1 dB-Schritten, von 7,5 bis 11 dB in 1,5 dB-Schritten und letztendlich bis -20 dB in 2 dB-Schritten. Das Hauptmaterial des Stücks wird um anderthalb Dezibel zusammengedrückt bzw. komprimiert, und die Spitzen werden um drei Dezibel reduziert.
Ich kompensiere das Makeup-Gain und entscheide mich für das gleiche Niveau wie beim Ausgangsmaterial. Dann mache ich den A/B-Vergleich. Hard Bypass war es wohl. Egal, dann wollen wir mal sehen, was sich so tut. Wie hört es sich an? Das erste, was ich subjektiv wahrnehme, ist, dass die Gitarre Körper und Tiefe bekommt. Der Haupthall – ein EMT 240 – bekommt eine unglaublich realistische Klangfarbe und wirkt viel besser definiert. Ich ziehe den Ratio-Wert etwas höher (1:1,7), und halte bei Threshold -5 dB. Die Regler rasten bei halber Dezibeleinstellung ein, und das Licht in jedem Regler wird durch eine Aussparung in der Reglerhülse so geleitet, dass ein deutlicher Strich zu erkennen ist. Dieser zeigt genau an, wo man sich auf der Skala befindet. Hier ist alles klar und deutlich definiert, sowohl äußerlich als auch in der Tonbearbeitung.
M/S-Matrix
Das nächste Stück ist ganz anderer Art: Eine Art saugender und pumpender, maschineller Schlagzeugloop; kombiniert mit einem natürlichen Schlagzeug in Shufflepop-Geschwindigkeit mit einer vordergründigen akustischen und elektrischen Komposition, synchronisiertem Leadsong und kompaktem Chor im Refrain. Das Material ist insgesamt ein organisiertes Chaos, das so massiv ist, dass ich mich frage, wie überhaupt noch Raum gegeben sein soll, irgendetwas damit zu machen? Ich entscheide mich dazu, die M/S-Bearbeitung zu testen. Ich kann das Material also in einen mittleren Bereich in Mono und einen Bereich links/rechts als Seitenband, bei dem der mittlere Monobereich fehlt, aufteilen. Der linke Kanalzug des alphas steuert nun den Mittenbereich und der rechte Teil den Seitenbereich. Wenn man noch nie mit einer M/S-Decodierung gearbeitet hat, hat man den Eindruck von Science-Fiction.
Ich habe anfangs tatsächlich das Gefühl, mich auf Glatteis zu begeben. Aber dann nehme ich die ausgezeichnete und pädagogisch gut ausgearbeitete Bedienungsanleitung zur Hand, und ich schöpfe wieder Hoffnung. Die Handgriffe, die erforderlich sind, um diesen Teil des alphas zu benutzen, sind einfach: Link ausschalten, Direct und Compressed Modi am Mixteil ganz unten auf beiden Seiten einschalten, M/S-Modus drücken und voilá! Das Stück ist kompakt, aber in der Mitte meine ich zu herauszuhören, dass hier noch Platz ist: sowohl in den mittleren Frequenzen, um den Gesang klarer erscheinen zu lassen, als auch für etwas mehr Power in den Transienten des Bassbereichs. Ich verwende das Audio-Filter, um etwas mehr Klarheit bei etwa 4 kHz zu schaffen, und hebe das Ganze etwas an, was eine leichte Absenkung der darunter liegenden Frequenzen zur Folge hat. Die tonale Balance verändert sich hörbar.
Wir beide, der Produzent und ich, sind gleichermaßen überrascht, wie stark der Charakter mit einer so geringen Veränderung beeinflusst werden kann. Hier muss man schon feinfühlig vorgehen, selbst wenn man genau weiß, was man tut. Auch der Gain-Regler ist in sehr kontrollierten Schritten zu bedienen. Wie auf der Abbildung zu sehen ist, gibt es Markierungen von 0,3 dB bis hinauf/hinunter auf 2,7 dB und für Hi/Lo. Der Sidechain-Filter rechts funktioniert etwas anders: Hier wählt man, welchen Teil der Frequenzen des Materiales man erhöhen bzw. absenken möchte. In den Extremlagen LP und HP arbeitet der Filter als 6 dB Tiefpass/Hochpass, in kleinster Auflösung mit 0,3 dB Erhöhung/Absenkung der gewählten Frequenz.
Abstrakt? Ja, ein wenig schon, aber ich mache einfach mit dem Song weiter und stelle die oben genannten Transienten etwas satter, überprüfe das Ganze mit der Bypass-Funktion und habe tatsächlich in wenigen Minuten das Material sowohl satter als auch definierter machen können, obwohl ich – man beachte – gleichzeitig die Bedienungsanleitung gelesen habe. Ich erhöhe die Kompression etwas und nehme das Attack etwas zurück. Jetzt hört es sich genau so an, wie es sich anhören soll. Ganz unten liegen die Bässe, schön sauber voneinander getrennt, und der Gesang ist klar und definiert.
Übertrager
Wenn ich möchte, dass das Ganze etwas fester wird, aktiviere ich die Transformer-Funktion, die nichts mit dem Eingangs- oder Ausgangssignal zu tun hat. Es ist einfach – und Aufsehen erregend – ein Übertrager, um den elysia alpha tonal etwas mehr in Richtung eines klassischen Kompressor zu bringen. Ich drücke den Knopf und stelle fest, dass es nicht nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist, sondern genau das, was ich für den letzten Schliff des Materials im Mittenkanal benötige. Die niedrigsten Frequenzen werden abrundet und bekommen den Touch einer Bandkompression – sie schwingen schön und haben, ganz einfach gesagt, den richtigen Biss in allen wichtigen Transienten, und zwar auf dem gesamten Frequenzband: 80 - 100 Hz für den Bass, etwa 200 Hz für die Trommelwirbel, 1 kHz für den Rest, etwa 3 - 4 kHz für den Gesang und 8 kHz für das Attack. Und die höher liegenden Frequenzen, weit, weit hinauf, sicherlich über 20 kHz, kann ich eigentlich eher erahnen als hören, wodurch das Gesamtpaket irgendwie mehr Luft bekommt. Der Mittenkanal kann nun zunächst als fertig gestellt eingestuft werden.
Ich schalte den Mittenbereich ab, indem ich Direct und Compressed ausschalte. Nun schalte ich nur den Seitenkanal ein – ein eigenartiges Gefühl, nur das Seitenmaterial zu hören. Und: Wir hören sofort, dass hier zu viel Bass „die Gegend verunreinigt”, was wir natürlich nicht wollen. Beim Hall hören wir ein Rauschen einer eigenartigen und immer wiederkehrenden Störung bis weit in die unteren Frequenzen. Vermutlich kommt sie von einem Synthesizer, der sich im gleichen Bereich wie das Schlagzeug befindet. Wir filtern das gesamte Seitensignal mit dem Hochpass des Sidechain-Filters mit 2 dB ab ca. 500 Hz. Das gesamte Seitenmaterial bekommt einen völlig neuen Schliff! Wir komprimieren nicht besonders viel und stellen Attack und Release auf Auto Fast. Dann schalten wir den Übertrager ein, was zu weiterer Stabilität führt, und würzen das Ganze oberhalb von 3 kHz mit dem Audio-Filter, nur ein wenig mehr als 0,3 dB.
Jetzt ist das Seitenmaterial genau so, wie wir es uns gewünscht haben. Schwer zu beschreiben, aber richtig gut! Wir haben eine gute und kompakte Kompression, die sowohl die höheren Gitarrentöne und das Funkeln des Halls, wie auch die tiefen Synthesizer und Samples durchlässt. Jetzt stelle ich unterschiedliche Pegel für Mitten- und Seitenkanal ein – denn das geht ja auch – um genau die Balance zu erhalten, die ich zwischen dem Seitenmaterial und dem Mittelmaterial erreichen möchte. Alles ist möglich – rauf oder runter mit dem Bass, dem Schlagzeug, dem Gesang… Wir mixen das Material zusammen und überprüfen es mit der Bypass-Funktion. Haben wir das Stück jetzt kaputt gemacht? Haben wir zu viel gewollt, sodass die Phasen nicht mehr optimal sind? Nein, natürlich nicht! Es ist einfach folgendes passiert: Wir haben den Bass und das Schlagzeug satter gemacht, ohne das es unten herum unschön wirkt, und wir haben die oberen Zwischenfrequenzen und die Höhen klarer definiert, ohne dass es zu spitz wirkt. Und wir haben eine leichte seitliche Kompression, die das Attack der Gitarren gut durchkommen lässt, und der Hall hat einen schönen, sauberen Fluss und füllt den Raum – genau so, wie es beabsichtigt war.
Die Melodie- und Rhythmusinformationen im Mittenkanal sind nun stabiler, und ich konnte die Mitten etwas anheben und dabei gleichzeitig den Seitenbereich prägnanter machen. Ich habe etwas stärker komprimiert und die Lautstärke dabei nur minimal angehoben. Und das in nur zehn Minuten! Ohne jemals etwas Ähnliches gemacht oder mit elysia alpha gearbeitet zu haben! Ich bin sehr beeindruckt! In meiner imaginären Brieftasche scheint eine aufkeimende Liebe zum alpha compressor mit Verlustsängsten zu ringen, aber ganz langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Betrag von 7.990 Euro netto für eine derartige Funktionalität, die wir in nur einer Stunde, einschließlich Kaffee und Kuchen, entdeckt haben, durchaus zu verschmerzen wäre!
Nun spiele ich ein bisschen weiter mit unserem Eric Ramsey-Material. Ich brauche nicht mehr als etwa fünfzehn Minuten pro Song, um vier weitere Tracks zu bearbeiten. Jede Spur ist vier bis fünf Minuten lang, so dass ich mir das Ganze insgesamt nur drei Mal anhören muss. Die Arbeit der ersten Nacht ist beendet und ich gehe mit gerunzelter Stirn nach Hause: Wie kann es mir gelingen, knapp Achttausend aufzubringen? Vielleicht sollte ich mich für wissenschaftliche Experimente zur Verfügung stellen?
Noch mehr Praxis
Für den nächsten Abend haben wir, der Autor sowie der Produzent Storm, uns mit großer Begeisterung einer besonderen Aufgabe zugewandt: Der neuen Scheibe vom Maestro Gunnar Danielsson. Wir hatten die Dateien bekommen, und die Songs waren in einem alles andere als guten Zustand. Sie wurden mit Logic Express aufgenommen, zwar mit viel Liebe, aber leider ließ alles andere zu wünschen übrig. Die Songs hören sich durchgehend so an, als wären sie in einem Pappkarton aufgenommen worden, und über allen Tracks liegt ein Sonic Maximizer-Plugin, welches das ganze Material mit Gewalt zusammendrückt – ganz nach dem Prinzip „Alles in Einem”… Wir sind nicht gerade bester Laune und versuchen, Tondateien ohne Masterplugins zu erzeugen, müssen aber letztendlich doch das nehmen, was wir haben. OK, jetzt muss der elysia alpha Farbe bekennen. Wir stehen unter Zeitdruck: Abends, nach meiner normalen Arbeit, müssen noch ganze zwölf Stücke frisiert werden – und dass schnellstens, da ich den Kompressor ja bald wieder zurückgeben muss! Jetzt ist eine fast militärische Disziplin gefragt, um das alles zu schaffen. Wir teilen alle Tracks nach ihrer Dynamik auf – ruhig, leichter Pop und kompakt – um drei fertige Muster zu haben, mit denen wir arbeiten können.
Wir fangen mit den ruhigen Stücken an. Diese haben keine besonders aufwendige Instrumentalisierung, sind jedoch völlig zweidimensional mit einem sehr diffusen Gesang. Wir entscheiden uns dafür, ausschließlich im M/S-Modus zu arbeiten. Hier kommt diese Funktion wirklich zum Tragen. Denn hier müssen wir aufzuräumen und – wenn möglich – die Melodie und den Rhythmus in den Vordergrund bringen, damit der Song richtig funktionieren kann. Wir starten den ersten Track, schalten den Seitenbereich aus und hören sofort, was hier fehlt. Der Bass ist in der Mitte tiefer als im Seitenkanal, und der Gesang ist entweder stark manipuliert oder wurde ganz einfach so falsch aufgenommen, dass er nur noch diffus wirkt. OK, dann müssen wir wohl zu „schwerem Gerät“ greifen – aber wir werden es schaffen! Wir beginnen damit, dass wir versuchen, die Mitte zu definieren. Dazu nehmen wir den Audio-Filter, um den Gesang zu verbessern. Ganz ohne Probleme heben wir das gesamte Material mit 2,5 dB über 3 kHz an! Jetzt klingt der Gesang viel besser und das Schlagzeug ist gut definiert.
Mit Sidechain-EQ machen wird die Bässe mit einem Tiefpass ab 200 Hz etwas satter und bereiten uns hier auf die Kompression vor. Wir schalten Auto Fast für Attack und Release ein und führen eine relativ starke Kompression mit -10 dB Threshold und einem Ratio von 1:8 durch. Das Stück bekommt einen völlig anderen Charakter, sowohl tonal als auch informationsmäßig. Ich probiere Feed Forward, was den Sidechain vor den Kompressor legt, aber das wirkt hier zu stark und zieht den Gesang in Mitleidenschaft. Also zurück zu Feedback. Ich kompensiere das Gain ein wenig, verändere die Balance zwischen Direct und Compressed etwas – und bin fertig!
Platz schaffen
Die Seitenbereiche sind in der vorliegenden Produktion mit Bassfrequenzen gefüllt, die dort eigentlich nutzlos „herumliegen“; im Original außerdem mit etwas zu viel Druck durch das Sonic Maximizer-Plugin, was das Ganze erst richtig durcheinander bringt. Eigenartig, dass wir in diesen ganzen Files überhaupt noch Platz finden, mit dem wir arbeiten können! Das kann nur der Verdienst von elysia sein – hundertprozentig! Im unteren Bereich räumen wir erst einmal gründlich auf und komprimieren leicht mit einem langsamen Attack und Release mit Auto Fast, was in den Frequenzen über 1 kHz zu einer Stabilisierung und einer besseren Definition führt – und dann ist alles, wie durch Zauberhand, auch schon fertig! Wir legen die Mitte und die Seiten zusammen – und gerade hier zeigt sich, dass die Möglichkeit, die Lautstärke separat einstellen zu können, Gold wert ist.
Es gelingt uns, den Gesang hervorzuheben, dem Schlagzeug eine angenehme Sättigung zu verleihen und spannende Töne aus ihrer Zwangsjacke zu befreien! Der Unterschied zwischen dem Originalmaterial und dem Material, das mit alpha compressor bearbeitet wurde, ist sehr groß. Eigentlich sogar erstaunlich. Den Rest der Arbeit nehmen wir in gleicher Weise in Angriff: Wir räumen auf, geben gleichzeitig etwas mehr Bass hinzu, verändern die Balance zwischen der Mitte und den Seiten, komprimieren die Mitte ziemlich stark – und trotzdem hört sich das Material, das mit dem elysia bearbeitet wurde, weniger zusammengedrückt an als das Originalmaterial! Wie ist das eigentlich alles möglich?!
Zusammenfassung
Ja, das ist die zentrale Frage bei diesem Test! Wie macht er dieses … und jenes … und das!? Die Erklärung liegt darin, dass der elysia alpha compressor ein unwahrscheinlich gut gebautes Gerät ist. Hergestellt aus nur einem einzigen Grund, nämlich der beste und anspruchsvollste Kompressor mit allerneuster Technik zu sein! Wenn man sich den elysia alpha nur halbherzig anschaut, könnte man möglicherweise der Meinung sein, dass der Preis doch etwas sehr hoch ist. Diesen Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden! Der Markt ist vielleicht nicht gerade groß, aber ich glaube dennoch, dass in der Einführungsphase sicherlich mehr als zehn dieser Geräte zu verkaufen sein dürften. Max Martin muss einen haben, Murlyn Music muss einen haben, Michael Ilbert muss einen haben, Benny Andersson muss auch einen haben und Per Gessle muss Christoffer einen schenken… und so weiter! Alle diese unterschiedlichen Funktionen in einem Gerät unterzubringen ist einfach genial; das Ganze dann noch so übersichtlich und einfach in der Handhabung zu gestalten grenzt an ein Wunder! Ich habe noch nie mit einem so komplexen Gerät wie dem alpha compressor gearbeitet, und ich werde jede auch noch so kleine Möglichkeit nutzen, um dieses Gerät für meine Arbeit anmieten zu können. Das Honorar für diesen Artikel könnte vielleicht für eine Tagesmiete reichen und dann kann ich…
PS: Ich habe dann tatsächlich auch noch ein Schlagzeug mit zwei Mikrofonen aufgenommen die beiden Kanäle direkt über den elysia alpha in den Rechner gejagt. Dann habe ich die beiden Kanäle auf den Bus gelegt und wieder komprimiert. Nichts verschwand, das Ganze wurde nur noch satter, klarer und definierter! Ein teurer Schlagzeug-Kompressor, aber was soll’s…